Birmenstorf

Höchste Aargauerin feiert mit dem halben Dorf: «Hier wurde mein politischer Grundstein gelegt»

Die Grossrätinnen und Grossräte haben Edith Saner glanzvoll mit 132 Stimmen zur höchsten Aargauerin gewählt. In ihrer Gemeinde Birmenstorf wurde sie von Kindern, Familie und Politikern herzlich empfangen und gefeiert.

Es ist ein Glanzresultat. Mit 132 von möglichen 135 Stimmen ist Edith Saner am Dienstag als Grossratspräsidentin gewählt worden. Damit gehört die Birmenstorferin, die seit 2014 für die CVP im Grossen Rat politisiert, zu den bestgewählten Grossratspräsidentinnen.

Sie liegt nur knapp hinter Rekordhalterin Vreni Friker (SVP), die 2013 mit 136 von 137 möglichen Stimmen gewählt wurde. Auch ihre beiden Vizes wurden erwartungsgemäss gewählt. Pascal Furer (SVP), der das kantonale Parlament nächstes Jahr präsidieren wird, holte 102 Stimmen; die zweite Vizepräsidentin Elisabeth Burgener (SP) holte 96 Stimmen.

Das ist die neue Aargauer Grossratspräsidentin

Das ist die neue Aargauer Grossratspräsidentin

Die gebürtige Luzernerin Edith Saner von der CVP wurde am Dienstag mit einem Glanzresultat zur Präsidentin des Aargauer Grossrats gewählt. Vor ihr wurde bereits, mit dem Davoser Markus Dieth, eine nicht im Aargau aufgewachsene Person höchster Aargauer.

Birmenstorfer sind stolz auf die Grossratspräsidentin

Die Ratskolleginnen und -kollegen applaudierten ihrer neuen Präsidentin, die nach der Antrittsansprache sogleich das Zepter übernahm und die Sitzung leitete. So speditiv, dass der Apéro im Grossratsgebäude sogar eine halbe Stunde früher als geplant starten konnte. Das schadete nicht, stand doch bereits um 17.30 Uhr der offizielle Empfang in Birmenstorf bevor.

Dort erwartete der Schülerchor die höchste Aargauerin bereits auf dem Schulhausplatz. Begleitet von der Minibrassband Birmenstorf sangen die Schülerinnen und Schüler für Edith Saner das Birmenstorfer Lied. Die klirrende Kälte hinderte die Dorfbewohner nicht, zahlreich zu erscheinen, um die neue Grossratspräsidentin mit tosendem Applaus zu begrüssen. «Wahrscheinlich ist das halbe Dorf hier», sagte Frau Gemeindeammann Marianne Stänz in ihrer Begrüssungsrede. «Es ist vor allem dir zu verdanken, dass wir ein attraktives Dorf haben für jung und alt», führte Stänz fort. Und was Edith Saner für Birmenstorf geschafft habe, könne sie auch für den Aargau erreichen.

Saner, die von den kleinen Sängerinnen und Sänger hinter ihr mit grossen Augen begutachtet wurde, strahlte und war sichtlich gerührt: «Ich bin total überwältigt und es berührt mich ausserordentlich, dass so viele den Weg hierher gefunden haben.» Die Feier auf dem Schulhausplatz war öffentlich. «Wir stehen hier an einem Ort, wo mein politischer Weg begonnen hat. Im ehemaligen Gemeindehaus. Hier wurde mein politischer Grundstein gelegt», so Saner.

Klängen aus dem Alphorn

Für 370 geladene Gäste ging es nach den Ansprachen hinein in die Mehrzweckhalle. Draussen bahnten drei Männer mit Klängen aus dem Alphorn den Weg. Einer von ihnen war Josef Furrer, Edith Saners ältester Bruder und einer von sieben angereisten Geschwistern.

Zahlreiche bekannte Aargauer Gesichter trafen sich an den langen Tischen. Politikerinnen und Politiker, Vertreter von Polizei und Militär, langjährige Wegbegleiter von Edith Saner, Familienangehörige und Freunde.

Das Dreigangmenu - Kürbiscrèmesuppe mit Curry und Rauchlachstartar, Schweinsgeschnetzeltes mit Kartoffelstock und winterlichem Gemüse und zum Schluss ein feines Dessertquartett - wurde von Vereinsmitgliedern aus Birmenstorf serviert. Dass der geplante Zustupf über 20'000 Franken aus der Gemeindekasse fehlte, merkte man bei der herzlich gestalteten Feier nicht.

Der Betrag für das Fest sollte ursprünglich durch drei geteilt werden: Ein Drittel übernimmt der Kanton, ein Drittel wollte Edith Saner von Anfang an selber beisteuern, und das letzte Drittel sollte Birmenstorf übernehmen. Dies passierte vorerst aber nicht, weil die Gemeinde ohne geltendes Budget ins neue Jahr starten musste.

Frau Gemeindeammann Marianne Stänz liess sich in ihrer Ansprache einen Seitenhieb auf diese Diskussion nicht nehmen: «Ich bin fest sicher, dass wir den Betrag für die Feier noch dieses Jahr überweisen können», scherzte sie.

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