Talk Täglich

Hochwasser: Experten warnen vor weiteren Überschwemmungen in den nächsten Tagen

«Die Lage bleibt angespannt – wir werden auch in den kommenden Tagen noch über den Regen reden»

«Die Lage bleibt angespannt – wir werden auch in den kommenden Tagen noch über den Regen reden»

In der Sendung «TalkTäglich» auf Tele M1 diskutierten Markus Zumsteg, Leiter Wasserbau Kanton Aargau, Meteorologe Reto Vögeli und der Aargauer Feuerwehrinspektor Urs Ribi (v.l.) Sehen Sie oben die Zusammenfassung der wichtigsten Momente.

Ein heftiges Unwetter hat letzte Woche die Region getroffen. Müssen wir damit in Zukunft öfter rechnen? Wie bereitet sich die Feuerwehr darauf vor? Und hat man in den letzten Jahre zu viele Gewässer renaturiert? Drüber sprechen drei Experten im «Talk Täglich».

"Die Situation ist sehr angespannt, wir müssen die Lage im Auge behalten", sagt Reto Vögeli, Meteorologe von MeteoNews. Dies, nachdem es letzten Donnerstag im Aargau stellenweise über 50 Liter Wasser pro Quadratmeter geregnet hat. Zu Gast im "Talk Täglich" von Tele M1 diskutiert er zusammen mit Urs Ribi, Aargauer Feuerwehrinspektor und Leiter Feuerwehrwesen bei der Aargauischen Gebäudeversicherung und Markus Zumsteg, Leiter Wasserbau beim Kanton, über die momentane Wettersituation. 

Massive Überschwemmungen im Bezirk Lenzburg

Massive Überschwemmungen im Bezirk Lenzburg

Besonders hart traf es die Gemeinden Hendschiken, Othmarsingen und Wildegg. Betroffene berichten.

"In den letzten Jahren hat man sich bei den Hochwasserschutz-Massnahmen auf die Flüsse konzentriert. Hat man dabei die Bäche vergessen, die nun über die Ufer getreten sind?", will Moderator David Kaufmann von Zumsteg wissen. Nein, meint dieser, man habe für die Prävention die richtigen Instrumente und verweist auf die Gefahrenkarte. 

Das grosse Aufräumen nach dem Unwetter vom Mittwoch

Das grosse Aufräumen nach dem Unwetter vom Mittwoch

Urs Ribi erklärt, wie wichtig die Ausbildung der Feuerwehr ist, weist auf die Verantwortung der Hauseigentümer hin: "Wenn Regen angesagt ist, nehmen Sie auch den Schirm mit, wenn Sie nach draussen gehen." 

Vorerst keine Entwarnung

Moderator Kaufmann möchte wissen, ob man mit dem Hochwasserschutz nicht nur das Problem verlagert: "Ist es nicht wie im Verkehr? Wenn man an einem Ort ein Stauproblem gelöst hat, taucht es an einem andern Ort auf." Zumsteg findet diesen Vergleich treffend: "Allerdings gibt es einen Unterschied: Die Autofahrer lassen sich nicht gerne stauen, das Wasser lässt sich aber zurückhalten." Deshalb arbeite der Kanton mit Rückhaltebecken.

Wetterbesserung ist noch nicht angesagt: Am kommenden Donnerstag wird es nach Meinung der Experten wohl nicht ganz so schlimm wie letzte Woche, aber mit der Hälfte des Wasser müsse man rechnen. Und bis am Wochenende beherrsche ein Tiefdruckgebiet die Wetterlage. 

Trinkwasserverschmutzung nach Unwetter

Trinkwasserverschmutzung nach Unwetter

Aufgrund Fäkalbakterien in den Wasserleitungen, kann das Wasser nicht getrunken werden. Alltägliche Sachen werden plötzlich komplizierter.

Und auch in Hägglingen gibt es noch keine Entwarnung: Das Wasser muss weiterhin abgekocht werden, da am 11. Juni eine Verunreinigung mit Fäkalbakterien festgestellt wurde. "Das geht noch länger, bis sich das wieder normalisiert hat", weiss Ribi.

Überschwemmungen in der Region – sehen Sie hier die ganze Sendung TalkTäglich vom 14.6.2016

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