Holderbank AG
Hochuli zur Schimmel-Affäre: «Ich würde meinem Vermieter auf die Pelle rücken»

Regierungsrätin Susanne Hochuli nimmt erstmals Stellung zu den schlimmen Schimmel-Zuständen in der Asylunterkunft von Holderbank. Für sie ist klar: Der Kanton muss reagieren, aber die Asylbewerber könnten auch selber etwas tun – wenn sie denn wollten.

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Susanne Hochuli nimmt Stellung zur Schimmel-Affäre

Susanne Hochuli nimmt Stellung zur Schimmel-Affäre

az

«Ich möchte keinen Schimmel in der Dusche.» So beginnt Regierungsrätin Susanne Hochuli ihre neueste Kolumne unter dem Titel «Von Scham und Schande», die in der SonntagsZeitung publiziert wurde und nimmt damit zum ersten Mal persönlich Stellung zur Schimmel-Affäre von Holderbank.

Schimmelnder Vorhang, Algen-Befall an den Wänden: Die Duschen in der Asylunterkunft Holderbank
17 Bilder
Heftiger Algen- und Schimmel-Befall an der Decke der Dusche
Dusche, Toiletten, Waschraum: Blick in die sanitären Anlagen in Holderbank
Schimmel birgt gesundheitliche Risiken: Die Bewohner sind einem erhöhten Risiko für Atemwegsinfektionen und Asthma ausgesetzt
Die Asylunterkunft in Holderbank
Zwei schimmelnde Duschen sind für 38 Männer gedacht
Der Waschraum für 38 Männer: kaputter Spiegel, fehlende Seife
Ein Pissoir und drei Toiletten für 38 Menschen: Es riecht nach Urin und Algen
Auch in der Küche sieht es nicht besser aus: Allgenbefallende Wände, Jahre alte Leitungen, Dreck
Küchenutensilien gibt es wenige: Vielen vorhandenen Pfannen fehlen Henkel und Griffe
Geschirr für 38 Menschen gibt es nicht
Die Wände im ganzen Haus sind verschmiert
Die Küchenlampe wird nicht repariert
Die Männer von Holderbank zeigen bereitwillig alle ihre Zimmer
In diesem Zimmer schlafen sechs Männer: Für Privatsphäre sorgen einzig die Leintücher über den Kajütenbetten
Die Elektrizität ist unorganisiert
Aussenansicht: Die Asylunterkunft an der Hauptstrasse in Holderbank

Schimmelnder Vorhang, Algen-Befall an den Wänden: Die Duschen in der Asylunterkunft Holderbank

watson.ch

Das Newsportal watson.ch besuchte im Rahmen einer Reportage die Bewohner der Asylunterkunft Holderbank und publizierte dazu schockierende Schimmelbilder der alten Liegenschaft. Diese wird vom Sozialdienst angemietet, das zum Departement Hochuli gehört.

Trotzdem schreibt Hochuli: «Wenn ich Mieterin wäre, würde ich meinem Vermieter auf die Pelle rücken, sollte sich im Badezimmer trotz Lüftens und gründlichen Putzens Schimmel breitmachen. Wenn ich als Mieterin eine Verantwortung für den Schimmelbefall erkennen würde, sorgte ich selber dafür, dass er nachhaltig entfernt würde.»

Das werde der kantonale Sozialdienst in der Asylunterkunft Holderbank demnächst tun. Sie finde es persönlich unzumutbar, dass Personen aus dem Asylbereich von Schimmel und Algen umgeben seien.

«Bewohner könnten etwas dagegen tun»

Der Kanton müsse reagieren, schreibt sie weiter, unterstützt aber auch die Meinung vieler Kritiker, wonach die Bewohner doch selber Hand anlegen könnten.

Susanne Hochuli: «Die Bewohner sind erwachsene Männer. Sie haben wenig Geld und nichts zu tun. Sie sind sich nicht gewohnt oder zu schade, den Haushalt zu besorgen. Sie könnten einen Putzdienst versehen, ohne dass sie dazu angeleitet werden müssen.»

Und weiter: «Dass um sie herum Unordnung und Dreck ist, muss nicht sein. Dagegen können sie selber etwas tun.» Und schliesst schnippisch hinzu: «Wenn sie wollen.» (sha)

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