Holderbank AG

Hochuli zur Schimmel-Affäre: «Ich würde meinem Vermieter auf die Pelle rücken»

Susanne Hochuli nimmt Stellung zur Schimmel-Affäre

Susanne Hochuli nimmt Stellung zur Schimmel-Affäre

Regierungsrätin Susanne Hochuli nimmt erstmals Stellung zu den schlimmen Schimmel-Zuständen in der Asylunterkunft von Holderbank. Für sie ist klar: Der Kanton muss reagieren, aber die Asylbewerber könnten auch selber etwas tun – wenn sie denn wollten.

«Ich möchte keinen Schimmel in der Dusche.» So beginnt Regierungsrätin Susanne Hochuli ihre neueste Kolumne unter dem Titel «Von Scham und Schande», die in der SonntagsZeitung publiziert wurde und nimmt damit zum ersten Mal persönlich Stellung zur Schimmel-Affäre von Holderbank.

Das Newsportal watson.ch besuchte im Rahmen einer Reportage die Bewohner der Asylunterkunft Holderbank und publizierte dazu schockierende Schimmelbilder der alten Liegenschaft. Diese wird vom Sozialdienst angemietet, das zum Departement Hochuli gehört.

Trotzdem schreibt Hochuli: «Wenn ich Mieterin wäre, würde ich meinem Vermieter auf die Pelle rücken, sollte sich im Badezimmer trotz Lüftens und gründlichen Putzens Schimmel breitmachen. Wenn ich als Mieterin eine Verantwortung für den Schimmelbefall erkennen würde, sorgte ich selber dafür, dass er nachhaltig entfernt würde.»

Das werde der kantonale Sozialdienst in der Asylunterkunft Holderbank demnächst tun. Sie finde es persönlich unzumutbar, dass Personen aus dem Asylbereich von Schimmel und Algen umgeben seien.

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Nach den Berichten von «Watson» blieb Tele M1 der Zutritt zum Haus am Montag verwehrt. Der TV-Journalist konnte dafür mit den Bewohnern und mit Balz Bruder, Leiter Kommunikation des Aargauer Sozialdepartements, sprechen.

«Bewohner könnten etwas dagegen tun»

Der Kanton müsse reagieren, schreibt sie weiter, unterstützt aber auch die Meinung vieler Kritiker, wonach die Bewohner doch selber Hand anlegen könnten.

Susanne Hochuli: «Die Bewohner sind erwachsene Männer. Sie haben wenig Geld und nichts zu tun. Sie sind sich nicht gewohnt oder zu schade, den Haushalt zu besorgen. Sie könnten einen Putzdienst versehen, ohne dass sie dazu angeleitet werden müssen.»

Und weiter: «Dass um sie herum Unordnung und Dreck ist, muss nicht sein. Dagegen können sie selber etwas tun.» Und schliesst schnippisch hinzu: «Wenn sie wollen.» (sha)

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