Billag-Streit

Hochuli zahlt bald Billag-Gebühren, hört aber weiterhin kein Radio

Kanal-K-Gründer Lukas Weiss überreicht Susanne Hochuli ein Lebkuchen-Radio.

Kanal-K-Gründer Lukas Weiss überreicht Susanne Hochuli ein Lebkuchen-Radio.

Zähneknirschend und widerwillig will Regierungsrätin Susanne Hochuli ihre Billag-Gebühren bezahlen. Obwohl sie danach legal Radio hören dürfte, soll der Lautsprecher im Auto der Grünen aber weiterhin stumm bleiben.

Susanne Hochuli bleibt konsequent bei ihrer Medien-Abstinenz: Ein Radio, das sie am Freitag vom Sender Kanal K geschenkt erhielt, will sie verschenken, und das Autoradio auch künftig ganz zudrehen. In ihrer Kolumne in der «Sonntagszeitung» begründet Hochuli dies so: «Schliesslich will ich meine teuer erkaufte Ruhe.»

Dass sie künftig Billag-Gebühren bezahlen muss, weil sie Geräte besitzt, die Radio- und Fernsehsendungen empfangen können, ärgert Hochuli immer noch. Sie habe sich bewusst entschieden, auf den Konsum von Radio und TV zu verzichten. «Ich will nur das bezahlen, was ich nutze, und nicht das, was ich nutzen könnte, wenn ich denn wollte», schreibt Hochuli. Und sie ergänzt, es gehe ihr nicht ums Geld, sondern ums Prinzip.

Dennoch werde sie die Gebühren zähneknirschend und widerwillig bezahlen, kündigt Hochuli an. «Weil der Gesetzgeber nicht vorsieht, dass man bewusst verzichten kann.» Eine gewisse Genugtuung verspürt Hochuli, weil es offenbar «nicht so viele unter uns gibt, die das Billag-System toll finden». Sie bezweifelt auch, dass die neue Lösung, wonach es keine Ausnahmen mehr gibt bei den Billag-Gebühren, das Ei des Kolumbus sei.

Hochuli ergänzt philosophisch: «Der Service public, der mit Billag-Gebühren finanziert wird, will offenbar erlitten sein.» Egal, ob man dies wolle oder nicht, bekomme man «ganz viel Schweiz in die Stube geliefert – ganz einfach, weil wir es bezahlen». Mit Blick auf den Unmut über die Billag-Gebühren schreibt die Regierungsrätin, die Willensnation Schweiz sei wohl auch deshalb so stark, «weil es manchmal der gemeinsame Widerwille gegen etwas ist, der uns zusammenhält». In diesem Sinn sei die Billag tatsächlich eine sinnstiftende Einrichtung.

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