Alt-Regierungsrätin
Hochuli wanderte bei minus 15 Grad: «Was mache ich hier überhaupt?»

Die Aargauer Alt-Regierungsrätin Susanne Hochuli gibt Einblicke in ihr Leben ohne Politik. Sie erzählt neue Details von ihrer langen Wanderung, blickt auf die schwere Zeit zurück, als sie als junge Frau ihren Vater verlor – und verrät, auf was sie sich 2018 freut.

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Von der Aargauer Regierungsrätin zur Langdistanz-Wandererin zur Schweizer Patientenschützerin: Susanne Hochuli kehrt 2018 zurück in die Politik. Der politische Schlagabtausch habe ihr während ihrer Abwesenheit nicht gefehlt, sagt Hochuli in der Sendung "Talk Täglich" auf "Tele Züri". Sie freut sich, als Patientenschützerin den Patienten eine Stimme zu geben.

Einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, das hat Hochuli schon in jungen Jahren gelernt. Ihr Vater starb, als sie 23 Jahre alt war. Plötzlich stand sie vor der Frage: Übernehme ich den elterlichen Bauernhof? Die Entscheidung fiel ihr schwer. Sie wagte den Schritt – aus der Jungjournalistin wurde eine Landwirtin. Es folgte eine harte Zeit. Hochuli wusste: Ihr fehlte die körperliche Kraft und das Wissen, einen Bauernhof zu betreiben. "Ich bin (mit dem Traktor) viel in Dachpfosten reingefahren." Nach und nach lernte sie dazu, lernte, wo sie sich Hilfe holen konnte. Hochuli: "Es war eine harte Lebensschule, aber eine, für die ich jetzt dankbar bin."

Von ihren Erfahrungen profitierte sie als Aargauer Regierungsrätin, aber auch auf ihrer über 1000 Kilometer langen Wanderung vom Bodensee an die Ostsee. Hochuli marschierte ab Mitte Januar durch den kältesten Winter in Deutschland seit 30 Jahren. Bei -15 Grad im Wald fragte sie sich schon mal: "Was mache ich hier überhaupt?" Die Wanderung gab ihr Zeit, sich Gedanken über sich und ihr Umfeld zu machen, die sie als Regierungsrätin nicht hatte. Im Zentrum stand die Frage: Was passiert mit mir selber, wenn ich alleine bin und niemandem die Schuld für meine Situation geben kann? Hochuli sagt: "Das ist ein Prozess, der allen gut tun würde." (mwa)

Sehen Sie hier den ganzen Talk mit Susanne Hochuli: