Asyl-Streit

Hochuli schlägt zurück und betitelt Glarner als «Wutbürger»

Andreas Glarner (l.) und Susanne Hochuli.

Andreas Glarner (l.) und Susanne Hochuli.

SVP-Fraktionschef Andreas Glarner attackierte letzte Woche seine Lieblingsgegnerin Susanne Hochuli wegen zwei jugendlichen Asylbewerbern, die fremdplatziert wurden und monatlich je 8500 Franken kostet. Die grüne Regierungsrätin gibt Glarner zurück.

Glarner und Hochuli - die zwei Widersacher lassen kaum eine Gelegenheit aus, dem anderen eins auszuwischen. Letzte Woche war der SVP-Grossrat an der Reihe. Im Grossen Rat brachte er zwei Fälle von schwer erziehbaren jugendlichen Asylbewerbern zu Sprache, die er mit dem Fall Carlos in Zürich verglich (die az berichtete). Anderntags forderte Glarner die bürgerlichen Regierungsräte auf, Sozialdirektorin Hochuli zu stoppen; auch wenn sie im konkreten Fall gar keinen Einfluss hatte.

Susanne Hochuli reagiert auf ihre Weise. In ihrer jüngsten Kolumne in der «SonntagsZeitung» schreibt die Aargauer Regierungsrätin über «Wutbürger» und nimmt Glarner als Beispiel. Hochuli: «Ein gleichsam institutioneller Wutbürger ist der Fraktionschef der SVP im Aar­gauer Grossen Rat. Er packt ­seine politischen Absichten, die sich in der Abwehr und Abschaffung alles Kommunistischen und Sozialistischen – Grünes inbegriffen – kondensieren, in diffamierende Voten gegen alle, die dem Staat auf der Tasche liegen. Von Asylanten bis Sozialschmarotzern – um in seiner Diktion zu bleiben.»

«Wutbürger laugen Demokratie aus»

Das komme an bei den gewöhnlichen Wutbürgern, denen auf bestimmte Reiz- und Schlagworte reflexartig die Galle hochkomme, schreibt Hochuli in der Kolumne. «Zum Beispiel wenn er von ­­­Asylsuchenden aus Afrika spricht, die sich vor der Fahrt übers Mittelmeer die Armani-Anzüge abstreiften und sich in Lumpen hüllten, um in Italien als Flüchtlinge durchzugehen. Oder von unbegleiteten Minderjährigen, die unnötigerweise für ein Heidengeld in teuren Institutionen untergebracht würden.»

Wutbürger, so Hochuli, würden der Demokratie nicht gut tun. «Sie behaupten, sie am Leben zu halten; dabei laugen sie sie aus.» Das mache sie als «Nicht-Wutbürgerin» wütig.

Der nächste Gegenschlag von Andreas Glarner ist so sicher wie das Amen in der Kirche. (roc)

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