Aarburg
Höchststrafe für Hundequäler-Paar gefordert: Tierschützer sammeln 30'000 Unterschriften

Am 3. Mai muss sich das portugiesische Paar, das im September 2016 ihre beiden Hunde ertränkt haben soll, vor Gericht verantworten. Die geforderte Strafe geht Tierschützern jedoch zu wenig weit. Mit zwei Petitionen haben sie knapp 30'000 Unterschriften gesammelt.

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Ertränkte Rehpinscher
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An der Aare bei Aarburg wurden die Tiere vom Ehemann ertränkt.
Der Fressnapf ist alles, was der Frau von den Hunden blieb. Sie gibt sich selbst die Schuld, dass ihr Mann die Rehpinscher ertränkt hat.
«Ich bin an allem schuld», sagt die Portugiesin unter Tränen zu «Tele M1». Sie habe ihren Mann immer wieder dazu gedrängt, die Hunde loszuwerden.

Ertränkte Rehpinscher

Screenshot

Anfang Mai kommt es vor dem Bezirksgericht Zofingen zu einer Verhandlung, die für viel Aufsehen sorgen dürfte. Es geht um die zwei ertränkten Hunde von Aarburg.

Angeklagt ist ein portugiesisches Paar, das seine beiden Rehpinscher Rocky (3) und Junior (8) im September 2016 auf grausame Weise beseitigt haben soll. Der Mann soll die beiden Tiere, die seiner Ehefrau gehörten, zunächst mit ihren Hundeleinen an je ein Stahlrohr gebunden und mit Kabelbindern fixiert haben. Anschliessend warf er die Tiere gemäss Anklage nacheinander in die Aare. Die Stahlrohre zogen die Hunde unter Wasser – sie ertranken qualvoll. Ein Spaziergänger fand die toten Vierbeiner sechs Tage nach der Tat.

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, ihren Ehemann angestiftet zu haben. Sie soll ihn in den Wochen und Tagen zuvor massiv unter Druck gesetzt haben. Er solle die Hunde wegschaffen, weil sie deren Gestank und Gebell nicht mehr ertrage. Als das Paar geschnappt wurde, behauptete es zunächst, der Schwager der Frau habe die Hunde abgeholt und in der Aare ersäuft.

Am 3. Mai nun müssen sich die beiden wegen mehrfacher Tierquälerei und falscher Anschuldigung vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm fordert für die Frau eine bedingte Freiheitstrafe von 12 Monaten und eine Busse von 2000 Franken. Die Anträge für den Beschuldigten wird die Staatsanwaltschaft an der Hauptverhandlung bekannt geben. Die Verhandlung ist öffentlich; es wird erwartet, dass viele Interessierte den Prozess verfolgen wollen.

Zwei Petitionen eingereicht

Der Fall hat in den letzten Monaten die Öffentlichkeit stark beschäftigt. Vor allem Tierschützer schalteten sich ein, am aktivsten Kurt Amsler von Animal Rights. Er lancierte gleich zwei Petitionen.

Die erste erreichte 13'800 Unterschriften und richtete sich im Dezember 2016 an den leitenden Zofinger Staatsanwalt Simon Burger. Eine zweite Petition geht an das Gericht; sie erreichte seit der Lancierung im Dezember 2017 schon mehr als 15'000 Unterschriften.

Den Petitionären gehe es nicht darum, Staatsanwälte und Richter unter Druck zu setzen, wie sie schreiben. Ihr Beweggrund ist ein anderer: Aufmerksamkeit zu schaffen, damit der Fall und die Täter «viral» würden. Tatsache sei aber auch, dass Tierquäler in der Schweiz in der Regel zu milde bestraft würden: «Der Strafvollzug muss viel konsequenter und strenger werden. Nur so werden potentielle Tierquäler vor solchen Taten abhalten.»

Demo vor dem Gerichtsgebäude

Die zweite Petition mit allen Unterschriften und über 4000 Kommentaren werde einige Tage vor der Verhandlung ans Bezirksgericht übermittelt, teilt Amsler mit. Für den Prozesstag kündigt er «eine friedliche Manifestation mit Postern der ertränkten Hunde» vor dem Gerichtsgebäude an. Mitglieder der drei Tierschutzorganisationen Animalrights, Animaltrust und Wildtierschutz würden bei der Demo zudem noch einmal symbolisch das grosse Petitionspaket übergeben. (pp/sam/fh)

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