Hitzewelle im Juni
Hitz, Kalt und Kühl, Wetter und Sommer: Wie gehen namentlich Betroffene mit der Hitze um?

Der Juni ist heiss und sonnig. Manchen sind schon namentlich vom Wetter betroffen: Lässt der Name zuverlässige Rückschlüsse auf das Temperament zu? Wir wollten es genau wissen und haben nachgefragt.

Jörg Meier
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Zum Sommerbeginn steigen die Temperaturen auf hochsommerliche Werte.

Zum Sommerbeginn steigen die Temperaturen auf hochsommerliche Werte.

KEYSTONE/ENNIO LEANZA

Kein Problem mit der Hitze hat Pirmin Hitz aus Nussbaumen. Dennoch ist er froh, dass er tagsüber vorwiegend in seiner kühlen Polster- und Dekorationswerkstatt arbeiten kann. Grundsätzlich schätzt er als Töfffahrer, ganz seinem Nachnamen entsprechend, die wärmeren Monate des Jahres zwischen April und Oktober. So ist er eben erst von einer Frankreichtour mit seiner Yamaha Facer 800 zurückgekehrt. Ist Hitz ein hitziger Mensch? «Nein, im Gegenteil, ich gelte als ruhig und gelassen», sagt Pirmin Hitz.

Lieber kalt mag es Margrit Kalt aus Neuenhof. «Ich ertrage die aktuelle Hitze nicht besonders gut», sagt sie, «ich habe es lieber kühler.» Also auch hier eine Übereinstimmung mit dem Namen. Da kommt es der Kreativtherapeutin sehr gelegen, dass sie am Nachmittag, wenn die Temperatur draussen die 30-Grad-Grenze deutlich übersteigt, mit Patienten im kühlen Untergeschoss arbeiten kann. Dann aber stellt sie klar: «Ich heisse zwar Kalt, aber ich bin es keineswegs.»

Margrit Kalt

Margrit Kalt

Zur Verfügung gestellt

«Wer jetzt wegen der paar warmen Tage schon von einer Hitzewelle spricht, der war wohl noch nie in Australien», relativiert Kai Kühl aus Villnachern. Ihm macht die Wärme, Nachname hin oder her, nichts aus. Der pensionierte Ingenieur hat Kirschen von seinen Bäumen abgelesen, die er nun seinen beiden Töchtern bringen wird. Und was sein Temperament betrifft: «Kühl trifft es nicht ganz, aber zurückhaltend bin ich schon».

Mark Wetter

Mark Wetter

Zur Verfügung gestellt

Das prächtige Sommerwetter macht Theatermann Mark Wetter nur zu schaffen, wenn er direkt an der Sonne arbeiten muss. Zum Beispiel in seinem grossen Garten. «Da werde ich mit der Zeit leicht reizbar», sagt der Lenzburger. Viel mehr aber als das schöne Wetter beschäftigt Mark Wetter die Auflösung seines Theaters «Schönes Wetter» nach 15 Jahren, die mit dem Ende der von Wetter gegründeten und geleiteten Lenzburger Theatertage einhergeht. «Einen solchen Verein aufzulösen, ist fast noch komplizierter als ihn zu gründen», sagt Wetter. Den Morgen hat er im Büro verbracht, am Nachmittag wartet Gartenarbeit. «Aber nur im Schatten», betont Wetter. Er mag den Sommer, aber noch lieber hat er den Herbst. Den Übergang vom Sommer in den Herbst wird er dieses Jahr in Berlin erleben: In wenigen Tagen reist Mark Wetter für einen mehrmonatigen Atelieraufenthalt, den ihm das Aargauer Kuratorium zugesprochen hat, in die deutsche Hauptstadt.

Jörg Sommer

Jörg Sommer

Zur Verfügung gestellt

«Der Sommeranfang bedeutet leider auch, dass die Tage bereits wieder kürzer werden», sagt Jörg Sommer aus Muhen. Er mag den Sommer, allerdings sollte es nicht zu heiss sein. «Am liebsten wären mir konstant 25 Grad – und das mehrere Monate lang», sagt der pensionierte Reallehrer. In Südfrankreich, wohin er zweimal pro Jahr reist, findet er genau diese idealen Verhältnisse. Die aktuelle Hitze ist kein Problem: «Wir haben ein kühles Haus und mein Büro ist im Keller», erklärt Sommer. Mit seinem Collie geht er dann am Abend auf die grosse Runde, wenn die Abkühlung langsam einsetzt.