Flugzeugabsturz Würenlingen
Hinterbliebene kämpfen für Gerechtigkeit und kritisieren neuen Aargauer Polizeichef

43 Jahre nach dem Flugzeugabsturz in Würenlingen kämpfen zwei Aargauer für Gerechtigkeit. Sie wollen wissen, wieso die damaligen Drahtzieher nicht vor Gericht gestellt wurden. Sie kritisieren dabei den designierten Chef der Aargauer Kantonspolizei.

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Trümmerteile des Swissair-Flugzeuges Coronado CV-990 liegen verstreut im Wald bei Würenlingen AG.
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Passanten sehen sich die Trümmer des Flugzeuges an.
Flugzeugabsturz in der Nähe von Würenlingen
Bei Würenlingen wird am 7. März 1971 an der Absturzstelle des Swissair-Flug 330 eine Gedenkstätte eingeweiht.

Trümmerteile des Swissair-Flugzeuges Coronado CV-990 liegen verstreut im Wald bei Würenlingen AG.

Keystone

Es war der grösste Terroranschlag in der Schweizer Geschichte: Wegen eines Bombenattentats stürzte vor 43 Jahren eine Swissair-Maschine in Würenlingen ab. 47 Menschen sterben, darunter auch die Stewardess Doris Rusca, damals 24-jährig.

Ihr Neffe Rene Spahr sucht heute noch nach Antworten. Ihn treibt die Frage um, wieso die palästinensischen Drahtzieher nicht vor Gericht gestellt wurden.

Bei der Aufklärung des genauen Tathergangs hilft ihm der "Beobachter"-Journalist Otto Hostettler. Seit drei Jahren kämpfen sie gemeinsam gegen das Vergessen. Hostettler sagt gegenüber dem regionalen TV-Sender Tele M1: «Die polizeilichen Ermittlungen waren damals minutiös. Seit der Fall aber bei der Bundesanwaltschaft gelandet ist, geht de facto eigentlich nichts mehr.»

Warum im Fall nichts mehr geht, ist unklar. Vor einem Jahr hat René Spahr Michael Leupold geschrieben, dem Direktor des Bundesamtes für Justiz und designierter Chef der Aargauer Kantonspolizei. Die Antwort: «Zurzeit seien keine weiteren Ermittlungen zu den Drahtziehern geplant.» Trotzdem werden Spahr und Hostettler weiterkämpfen. (fam)