Gesundheitsförderungspreis

«Hinschauen und handeln» ist das Motto der Aargauer Psychiatrischen Dienste

Der kantonsärztliche Dienst nutzte den heutigen internationalen Tag der psychischen Gesundheit für die Vergabe des Gesundheitsförderungspreises 2012. Denn dieses Jahr steht auch er im Fokus «Psychische Gesundheit». Der Hauptpreis von 10'000 Franken ging an die Fachstelle für Angehörige der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG)

Die «Beratungsangebot für Kinder von psychisch kranken Eltern» bietet Kindern psychisch kranker Eltern und deren Umfeld seit kurzem eine spezialisierte, kostenlose Beratung an. Sie erhielt den Preis laut der Laudatorin, Jurymitglied und Grossratsvizepräsidentin Vreni Friker-Kaspar (SVP) einstimmig zugesprochen.

Diese Fachstelle erhöhe die Selbstkompetenz und die schulischen Leistungen der betroffenen Kinder. Es sei dringend, «dieses stille Leiden aufzubrechen», mahnte Friker-Kaspar. Sie rief dazu auf, hinzuschauen und zu handeln.

Zwei Anerkennungspreise

Das tun auch viele andere Organisationen, die in Aarau für ihre Arbeit mit Diplomen belohnt wurden. Anerkennungspreise von 3 000 beziehungsweise 2 000 Franken gab es zudem für die Neue Aargauer Bank AG (NAB) mit ihrem Projekt «NABalance» sowie für Ewa Jönsson für ihr Projekt «Food4Teens».

Die NAB hatte eine Mitarbeiterbefragung durchgeführt. Das machen viele Betriebe. Doch sehr oft geschehe danach nichts mehr, so Friker-Kaspar. Anders die NAB. Sie habe die Partizipation ihrer Mitarbeitenden «sehr ernst genommen». Daraus entstand ein Projekt, das Themen wie Ernährung, Entspannung und Bewegung aufgreift.

Ewa Jönsson wurde für ihr Projekt «Food4Teens» gewürdigt. Das ist ein innovatives, langfristiges Programm für übergewichtige Kinder und Jugendliche sowie deren Familien unter Einbezug des Umfeldes, etwa von Sportvereinen.

Psychisch und physisch gesund

Einleitend hatte Landammann und Gesundheitsdirektorin Susanne Hochuli bekundet, wie wichtig ihr die Gesundheitsförderung ist: «Weil ich lieber vorsorge als teuer repariere.» Die Förderung der psychischen Gesundheit werde ab 2013 selber ein Schwerpunkt. Darüber sei sie froh. Denn die psychische sei neben der physischen Gesundheit nicht einfach eine Mitläuferin, sondern «Teil eines unzertrennlichen Zwillingspaars. Der eine Teil kommt ohne den andern nicht aus. Und umgekehrt».

Alfred Künzler, Koordinator des Netzwerks Psychische Gesundheit Schweiz, erläuterte in einem kurzen Referat dessen Entstehung und Zielsetzung. Er zeigte auf, dass in der Schweiz die durch psychische Störungen verursachten Kosten bei über 11 Milliarden Franken pro Jahr liegen. Daniel Bielinski schliesslich, Chefarzt der Psychiatrischen Klinik Königsfelden, zeigte am Beispiel von Angehörigen von psychisch kranken Menschen sehr anschaulich, wie wichtig die Förderung der psychischen Gesundheit ist.

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