Das Schweizer Stimmvolk sagte am 30. November vergangenen Jahres deutlich Nein zur Ecopop-Initiative. Dennoch warben Ende Januar in einzelnen Gemeinden im Kanton Aargau immer noch Plakate für ein Ja, so zum Beispiel in Buchs, Seon und Schafisheim.

In der Bevölkerung kommen die abgelaufenen Plakate nicht gut an, wie eine Strassenumfrage von Tele M1 zeigt: «Es hängen sowieso schon zu viele Plakate und Werbung», nervt sich eine Passantin. «Vorher macht man ein riesiges Getöse und nachher kümmert sich niemand mehr darum», findet ein anderer Bürger.

7-Tage-Frist

Zwar braucht es für Abstimmungs- und Wahlplakate keine Bewilligung. Die Regeln für das Anbringen sind aber klar. «Wahlplakate sind bewilligungsfrei und können acht Wochen vor dem Urnentermin aufgestellt werden», erklärt Stefan Grüter vom Aargauer Baudepartement. «Aber sie müssen nach sieben Tagen wieder beseitigt werden.»

Geschehe das nicht, müsste eigentlich die Gemeinde einschreiten. Der Aufwand könnte den Initianten in Rechnung gestellt werden.

Zwei Monate nach Ecopop-Abstimmung hängen im Aargau immer noch Plakate

Zwei Monate nach Ecopop-Abstimmung hängen im Aargau immer noch Plakate

Plakate werden recycelt

Auch der Geschäftsführer von Ecopop, Andreas Thommen, stört sich an der verlängerten Lebenszeit seiner Abstimmungsplakate. «Ich bin ja selbst Gemeindeammann und hätte auch keine Freude», sagt der Effinger gegenüber dem Fernsehsender und entschuldigt für das Versäumnis. Man habe nichts von diesen Plakaten gewusst. «Sonst hätten wir sie abräumen lassen.» Das soll nun nachgeholt werden.

Nicht zuletzt aus finanziellem Interesse: Pro Plakat mussten die Ecopop-Initianten einen Franken Depot beim Hersteller hinterlegen, damit sie nach dem Abstimmungskampf dem Recycling zugeführt werden. (cze)