Landwirtschaft

Heuwiesen sind die Kinderstube der Rehkitze – wie sie im Aargau vor dem Mähtod geschützt werden

Dieses Rehkitz hatte Glück: Es wurde vor dem Mähen aus dem Feld geholt.

Dieses Rehkitz hatte Glück: Es wurde vor dem Mähen aus dem Feld geholt.

Die Landwirte beginnen in diesen Tagen, ihre Heuwiesen zu mähen. Gleichzeitig dürften die ersten Rehgeissen ihre Kitze gebären. Sie verstecken die Jungen gerne im schützenden hohen Gras der Wiesen. Mähen Landwirte ohne Schutzmassnahmen, droht dem Nachwuchs der Tod.

Um das zu verhindern, organisiert die Stiftung Wildtiere Aargau das Projekt "Rettet die jungen Wildtiere". Mehr als 500 Jägerinnen und Jäger engagierten sich für das seit Jahren durchgeführte Projekt, schreibt die Stiftung in einer Mitteilung. Ziel ist es, möglichst vielen Rehkitzen das Leben zu retten. Die Jäger verscheuchen die Tiere oder spüren sie auf: Mit der traditionellen Methode der Verblendung werden sie aus den Wiesen verjagt. Dazu werden einfache Scheuchen aufgestellt, etwa weisse Tücher oder Plastiksäcke auf Stangen. Vermehrt kommen Drohnen zum Einsatz, um die Tiere aufzuspüren. Letztes Jahr haben 13 Aargauer Jäger den ersten Drohnenkurs absolviert. Das Projekt stiess über die Kantonsgrenzen hinaus auf Interesse.

So werden Aargauer Jäger für die Rehkitzrettung mit der Drohne geschult

Theorie und Praxis: So werden Aargauer Jäger für die Rehkitzrettung mit der Drohne geschult

Video vom April 2019.

  

Wiesen, besonders Heuwiesen, bieten aber auch anderen Säugern einen Lebensraum: Feldhasen und Füchsen, bodenbrütenden Vögeln, Amphibien, Lurchen und zahlreichen Insekten. Das Projekt biete auch hier zahlreiche Anregungen zum Schutz der Tiere, schreibt die Stiftung. Etwa in der Form von Tipps zur Mährichtung und zur Höhe der Mähmesser.

Wichtig ist ausserdem, dass Hunde im Frühling an der Leine gehen. Die Leinenpflicht gilt im Wald und am Waldrand von April bis Juli. Dieses Jahr seien unzählige Schilder, die auf die Pflicht hinweisen, von Vandalen beschädigt worden, schreibt die Stiftung. Sie appelliert an die Hundehalterinnen und -halter, sich an die rechtliche Bestimmung zu halten. (mwa)

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