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Heiss begehrt: Aargauer Hausbesitzer fahren auf Energie-Kurse ab

Hausbesitzer verlieren viel Geld durch mangelhafte Energie-Effizienz. (Symbolbild)

Hausbesitzer verlieren viel Geld durch mangelhafte Energie-Effizienz. (Symbolbild)

Die Energieeffizienz ihrer Häusern scheint den Aargauern am Herzen zu liegen. In wenigen Tagen waren die Gratis-Kurse des Kantons ausgebucht. Kein Wunder: Mit den richtigen Massnahmen lässt sich viel Geld sparen.

Zwei Drittel der 148 000 bewohnten Häuser im Aargau brauchen zu viel Energie. Um das zu ändern, hat die Energieberatung Aargau die 96 000 Besitzer zu einer Abendinformation eingeladen.

«Die meisten der neun Kursorte im ganzen Kanton mit Platz für 120 bis 400 Personen sind ausgebucht», sagt ein überraschter Stephan Kämpfen von der Abteilung Energie.

Was unter dem Titel «Gebäude erneuern – aber wie?» als Pilotversuch gedacht war, hat voll eingeschlagen.

Total haben 1500 Hausbesitzer Platz, viele Interessenten muss der Projektleiter vertrösten: «Wir werden weitere Veranstaltungen machen», verspricht Kämpfen.

Besitzern den Weg zeigen

Bei der Sanierung der 20 bis 90 Jahre alten Bauten ist es schwierig, alles richtig zu machen. Zur Vermeidung von Fehlern mit hohen Folgekosten zeigt die Sektion Energieeffizienz den Weg auf.

Am Anfang steht immer eine Gesamtanalyse, die sich auf das Urteil von Experten stützt. Deshalb arbeitet der Kanton mit 60 externen Energieberatern zusammen.

Sie müssen über eine Meisterprüfung oder einen Hochschulabschluss in Architektur, Haustechnik oder Bauphysik verfügen und Weiterbildungen vorweisen.

Beratung und Ausführung sind klar getrennt: «Um ihre Unabhängigkeit zu wahren, dürfen die Berater keine Folgeaufträge annehmen», sagt Kämpfen. An den Gratiskursen gibt es keine fertigen Rezepte, denn jedes Haus ist individuell zu betrachten. Parallel zu tieferem Energieverbrauch soll der Nutzwert für die Bewohner steigen.

Häuser benötigen viel Energie

Für die Energiewende sind die Gebäude von grosser Bedeutung. Denn sie allein verbrauchen über 40 Prozent aller Energie, mit Dienstleistungen und öffentlichen Bauten rund 45 Prozent.

Über die Lebensdauer eines Hauses «machen die Investitionen für den Bau nur 20 Prozent aus, Betrieb und Unterhalt aber 80 Prozent», sagt Werner Leuthard, Leiter Abteilung Energie. Mit anderen Worten: Qualitativ hochwertiges Bauen und Sanieren lohne sich langfristig auch finanziell.

Der Kanton will die Hausbesitzer unterstützen, damit sie die Sanierung geplant angehen und nicht konzeptlos einfach die Heizung oder die Fenster erneuern, weil sie dazu das nötige Geld haben.

Gestützt auf ein Modernisierungskonzept und mit professioneller Planung, Beratung und Umsetzung «kann in der Regel mehr als die Hälfte Energie eingespart werden», heisst es in der von Baudirektor Stephan Attiger unterzeichneten Einladung.

Mit mehr Effizienz steigt der Wert der Liegenschaft, was sich auch bei einem Verkauf positiv auswirkt.

Entlastung durch Fördergelder

Mit Motivation und Hilfe wollen Bund und Kanton die Hausbesitzer zu mehr und besseren Ausbauten bewegen. Damit soll auch die tiefe Erneuerungsrate von jährlich nur einem Prozent erhöht werden. Zum Job der ausgezeichneten Energieberater gehört es, den Bau in Etappen aufzuzeigen, die Folgen für die Steuern und die Höhe der Fördergelder.

Der Einbau von Solaranlagen für Strom und Warmwasser kann dabei Teil einer Gesamtstrategie sein.

Dies als Zusatz zum Königsweg bessere Gebäudehülle und bessere Haustechnik. Klar ist bereits: Am Interesse der Aargauer mangelt es nicht.

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