2. Wahlgang

Heimvorteil gibt es für die drei Regierungsrats-Kandidatinnen nicht geschenkt

Franziska Roth (SVP), Yvonne Feri (SP) und Maya Bally (BDP)

Franziska Roth (SVP), Yvonne Feri (SP) und Maya Bally (BDP)

Morgen wird der Aargauer Regierungsrat komplettiert. Wer schafft den Einzug? Ein Blick auf die Resultate des 1. Wahlgangs zeigt: Dass man in der Heimat besser gewählt wird, ist nicht gesagt.

Roth vor Feri vor Bally – respektive SVP vor SP vor BDP: So sah die Rangfolge der Nichtgewählten am Sonntag, 23. Oktober, im 1. Wahlgang für den Aargauer Regierungsrat aus. Franziska Roth schaffte es mit 47'791 Stimmen hinter den drei Bisherigen Urs Hofmann, Alex Hürzeler und Stephan Attiger sowie dem neugewählten Markus Dieth auf den 5. Platz. Blieb Yvonne Feri (47'320 Stimmen) nur gerade 471 Stimmen hinter der SVP-Kandidatin zurück, wies Maya Bally (37'826 Stimmen) doch einen grösseren Rückstand von rund 10'000 Stimmen auf ihre beiden wichtigsten Kontrahentinnen auf.

Bally mit grösstem Rückhalt

Die az hat vor dem 2. Wahlgang, in dem morgen Sonntag die drei Frauen nochmals gegeneinander antreten werden, deren Wähleranteile genauer angeschaut. Konkret: Wie gut wurden sie in ihrer Heimatgemeinde, ihrem Heimatbezirk gewählt? Konnten sie den Heimvorteil nutzen? Oder erzielten sie als «Prophetinnen im eigenen Land» gerade in ihrer Wohnumgebung nicht die meisten Stimmen?

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Die Farbe der Gemeinde zeigt die dominierende Kandidatin in der Gemeinde, während deren Intensität den relativen Vorsprung auf die Konkurrentin widerspiegelt.
Beispiel: Yvonne Feri siegte im direkten Vergleich sowohl in Aarau als auch Ehrendingen. Aarau ist aber dunkler markiert, da sie hier 21.8 Prozentpunkte Vorsprung hat, während es im heller markierten Ehrendingen lediglich 0.2 Prozentpunkte sind.

Grafik: Elia Diehl

Angefangen bei der Frau mit dem besten Resultat unterhalb des absoluten Mehrs: Franziska Roth. Ihr Name stand auf 34,8 Prozent aller im ganzen Kanton eingegangenen gültigen Wahlzettel. Den exakt gleichen Wert erreichte sie in ihrem Wohnbezirk Brugg. Anders sah es hingegen in ihrer Wohngemeinde Brugg aus. Hier konnte die Präsidentin des örtlichen Bezirksgerichts offenbar keinen Heimbonus einlösen: 27,6 Prozent Wähleranteil.

Anders bei Yvonne Feri. Die sozialdemokratische Gemeinde- und Nationalrätin kam kantonsweit auf einen Wähleranteil von 34,5 Prozent, in ihrem Heimatbezirk Baden auf 37,7 Prozent. Zu Hause in Wettingen war der Wert von Feri sogar noch besser: 41,4 Prozent. Heimvorteil eingelöst.

Verglichen mit dem kantonsweit erzielten Resultat am meisten Rückhalt in der «eigenen» Bevölkerung geniesst aber Maya Bally. Während 27,6 Prozent aller Aargauer Wählerinnen und Wähler die BDP-Vertreterin auf dem Wahlzettel aufführten, waren es in ihrem Bezirk Lenzburg 34,2 und zu Hause in Hendschiken ganze 40,2 Prozent.

Wer kann morgen Sonntag den Heimvorteil am besten nutzen? Die az berichtet live über die Entscheidung.

Autor

Mario Fuchs

Mario Fuchs

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