Twitter-Beschimpfung
Hasstiraden gegen Glarner: Das sagen die Angezeigten

SVP-Nationalrat Andreas Glarner hat Strafanzeige gegen mehrere Twitter-User eingereicht, die ihn als «Nazischwein» und «brauner Bergler» bezeichneten. Was sagen die Angezeigten und wie denken seine Nationalratskollegen über diese Massnahme.

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Als «Nazischwein» und «brauner Bergler» wurde Andreas Glarner auf Twitter bezeichnet. Das will der SVP-Nationalrat nicht auf sich sitzen lassen und hat deshalb Strafanzeige wegen übler Nachrede gegen drei Personen eingereicht.

«Ich habe weiss Gott genug eingesteckt», sagt Glarner gegenüber Tele M1. Mit Bezeichnungen wie «dumme Siech» habe er keine Mühe. «Aber wenn es Richtung Nazi geht, wird eine Grenze überschritten.»

Gegner kämpfen «mit denselben Bandagen»

Einer der Angezeigten nimmt nun Stellung zum Twitter-Streit: «Provokation – oft an der Grenze des guten Geschmacks und des moralisch Zulässigen – ist offensichtlich ein zentraler Bestandteil seiner politischen Arbeit», schreibt Manuel Koller auf Anfrage. «Er muss sich aber im Klaren sein, dass politische Gegner mit denselben Bandagen kämpfen können.»

Koller hatte Glarner auf Twitter als «braunen Bergler» bezeichnet. Die anderen Tweet-Verfasser wollten sich nicht äussern.

Die Anzeigen-Schreiben von Andreas Glarner wegen übler Nachrede

Die Anzeigen-Schreiben von Andreas Glarner wegen übler Nachrede

Facebook Andreas Glarner

Auch BDP-Nationalrat Bernhard Guhl hat das Hickhack im Internet mitverfolgt. Glarner reagiere sehr empfindlich, findet Guhl. «Er teilt ja selber gerne aus, da sollte man auch Einstecken können.» Verständnis zeigt Guhl für die Strafanzeige wegen des Nazi-Vergleichs. Guhl: «Ein solcher ist inakzeptabel.»

Glarner hält an seinem Vorgehen fest. Den Angezeigten droht im schlimmsten Fall eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen. (cze)