Als Ammann von Scherz trieb er den Zusammenschluss mit Lupfig voran und textete ein Dorfmusical. Hans Vogel (69), ehemaliger Professor für Kommunikation und Politikwissenschaft, ist Gemeindeammann von Scherz. Das Jahr 2017 wird für die Eigenämter Gemeinde Scherz in die Geschichte eingehen: Im August feierte das Dorf seinen 777. Geburtstag, gleichzeitig wird es aber auch das letzte Jahr als autonome Gemeinde sein, denn am 1. Januar 2018 schliesst sich Scherz mit Lupfig zusammen. Der Scherzer Ammann Hans Vogel hat grossen Anteil am Zusammenschluss der Gemeinden wie auch für das gute Gelingen des Dorffests, für das er eigens ein Open-Air-Spektakel textete.

Bei der Fusion war Hans Vogel, der 2010 Gemeindeammann von Scherz wurde, eine treibende Kraft. Die finanziellen Perspektiven waren trüb – und so lotete er die Möglichkeiten für eine mögliche «Hochzeit» aus: Befragungen in Scherz und Lupfig zeigten, dass man dafür durchaus offen war. 2016 sagten die Stimmberechtigten der beiden Gemeinden schliesslich Ja zum Zusammenschluss zu Lupfig-Scherz.

Nervöser als vor der «Gmeind»

Diesen Sommer stand noch das Scherzer Dorffest auf dem Programm, mit dem Musical von Hans Vogel als Attraktion. Das Schreiben von «Schärz – s’Musical» könnte man dabei wie ein Abschiedsgeschenk an seine Gemeinde deuten: Rund 40 Eigenämter wirkten im Musical mit, dem es nicht an Fakten, Emotionen und Seitenhieben gegen den Fusionspartner Lupfig mangelte – aber auch eine Prise Selbstironie gehörte dazu. Die drei Aufführungen haben Hans Vogel emotional sehr mitgenommen: «Die Nervosität vor einer Gemeindeversammlung oder einer Vorlesung hält keinem Vergleich mit dem Lampenfieber hinter der Bühne stand.» Umso schöner waren für ihn die Standing Ovations des Publikums am Ende jeder Aufführung.

Dennoch war Hans Vogel sehr verblüfft, als er von der Nominierung für den NAB Award hörte. Denn ausserhalb des Eigenamts sei er ja eine kaum bekannte Grösse. Und mit Schalk fügt er hinzu: «Ich fragte mich, ob meine Eitelkeit ausreicht, um die Wahlvorgänge, die Publicity und die Gala vom 18. November mit Vergnügen mitzumachen. Und ich bin zu folgendem Schluss gekommen: Ja, sie reicht aus.»

Vogel erhofft sich, dass die Publicity rund um den NAB Award dem Scherzer Musical hilft. Einerseits, damit die Songs der Musiklehrpersonen Cathryn Lehmann, Thom und Steve Wettstein sowie des Musikers Thomas Rabenschlag im Radio und auf Bühnen gespielt werden und ihnen – genauso wie den Darstellenden – die verdiente Anerkennung bringen. Andererseits, damit das Modell «Laientheater mit professionellem Rahmen» im Aargau viele Nachahmer findet. Zu guter Letzt hat Vogel darüber nachgedacht, ob er die Nominierung wirklich verdient hat: «Ich entschied, die Weisheit des Juryentscheids nicht anzuzweifeln. Alles Weitere überlasse ich dem Willen der Wählerinnen und Wähler. Das bin ich als Ammann gewohnt.»