Seit Anfang Jahr geht der Schweizer Zoll in Postzentren auf die Suche nach Sendungen aus dem Ausland, die Hanfsamen enthalten. Zwischen Januar und April wurden mithilfe von Spürhunden und technischen Mitteln 2874 solcher Lieferungen aufgespürt, wie «20 Minuten» berichtet. Die Empfänger wurden in ihrem Wohnkanton angezeigt.

So auch im Kanton Aargau: «Wir haben eine starke Zunahme von solchen Fällen festgestellt, die durch Meldungen vom Zoll ausgelöst wurden», bestätigt Kapo-Mediensprecher Roland Pfister auf Anfrage. Genaue Zahlen dazu gibt es im Aargau jedoch nicht.

Keine Razzien

Die Polizei führt aber nicht bei jedem Besteller von Hanfsamen eine Hausdurchsuchung durch. Denn dafür braucht es zunächst eine Anordnung der Staatsanwaltschaft. Und selbst wenn die Polizei aktiv wird, werden nicht einfach Wohnungen gestürmt, erklärt Pfister. «Wir klingeln oder es gibt eine Vorladung.»

Anders sieht es aus, wenn der Verdacht auf gewerbemässigen Anbau und Handel besteht. So geschehen im März des vergangenen Jahres in Hausen bei Brugg: Kommissar Zufall führte die Behörden zu einer Indoor-Anlage in einem Lagerhaus mit 650 Pflanzen. Die Sache war wegen eines Wasserschadens am Gebäude aufgeflogen.

Andere Prioritäten

Die Straftaten im Umgang mit Betäubungsmittel sind im Aargau stark rückläufig (s. Box). Das liegt einerseits an einer Gesetzesänderung aus dem Jahr 2013. Für kleinere Mengen Cannabis zum Eigengebrauch gibt es seither Ordnungsbussen. Diese tauchen dann auch nicht mehr in der Kriminalitätsstatistik auf. Ähnlich wie im Strassenverkehr, wo auch zwischen Übertretung und Vergehen unterschieden wird.

Andererseits legt die Polizei bei ihrer täglichen Arbeit mehr Gewicht auf andere Bereiche: «Die Einbruchskriminalität fordert uns mehr heraus», hält Roland Pfister fest. Die Verfolgung von Kiffern habe sicher nicht die höchste Priorität. (cze)