Die junge Zürcher Lehrerin, deren Handynummer der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner am Dienstag auf Facebook publizierte, unterrichtet laut einem Bericht von Tele M1 bis nächste Woche nicht. Die Frau hatte muslimische Eltern korrekt darauf hingewiesen, dass ihre Kinder für das Bayram-Fest am Ende des Fastenmonats Ramadan schulfrei erhalten.

Glarner sagt dem TV-Sender, es sei nicht seine Absicht gewesen, dass die Lehrerin ein Burn-out erleide. Und er giesst weiter Öl ins Feuer: Er frage sich, ob die Lehrerin den richtigen Beruf gewählt habe, wenn sie im ersten Berufsjahr bereits ausfalle. Er kritisiert, nun werde versucht, ihn als Überbringer der schlechten Nachricht zu köpfen, statt sich mit dem Inhalt zu befassen. «Viele Leute nervt es, dass der Islam in den Schulen so viel Platz erhält».

Bircher: Politiker sind Vorbilder

Inhaltlich unterstützt SVP-Grossrätin Martina Bircher dies, die Art und Weise, wie Glarner agierte, kritisiert sie jedoch. «Im Gefecht und in der Eile posaunt man einfach etwas hinaus», sagt sie. Bircher betont aber, dass Politiker eine Vorbildfunktion hätten und sich dessen bewusst sein müssten.

Der ehemalige SVP-Nationalrat Lieni Füglistaller sagt, es bestehe ein gewisser Unmut Glarners Äusserungen gegenüber. Er habe Kontakt zur SVP-Fraktion in Bern. "Ich merke, da ist mindestens ein Unwohlsein vorhanden", sagt Füglistaller. Offenbar getraue sich aber niemand, etwas zu sagen.

Der Facebook-Beitrag könnte für Glarner Folgen haben: Die Lehrerin beabsichtigt, rechtliche Schritte gegen ihn einzuleiten. Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) will sie dabei unterstützen. Sie warf Glarner vor, dass er jeglichen politischen Anstand überschreite und die persönliche Integrität der Lehrperson verletze. (fh/mwa)