Schulprotest

Handelt Aurel Gautschi parteipolitisch? Der Schülerpräsident wehrt sich

Aurel Gautschi, Präsident der Schülerorganisation (SO) der Alten Kantonsschule Aarau AKSA, vor der Alten Kanti. Die SO wollte Plakate zum geplanten Bildungsabbau der Regierung aufhängen, erhielt aber ein Verbot vom Departementsvorsteher Bildung, Regierungsrat Alex Hürzeler.

Aurel Gautschi, Präsident der Schülerorganisation (SO) der Alten Kantonsschule Aarau AKSA, vor der Alten Kanti. Die SO wollte Plakate zum geplanten Bildungsabbau der Regierung aufhängen, erhielt aber ein Verbot vom Departementsvorsteher Bildung, Regierungsrat Alex Hürzeler.

Die Junge SVP greift mit einem Vorwurf an Aurel Gautschi, Präsident der Aargauer Schülerorganisationen, in die Bildungs-Spardebatte ein. SP-Mitglied Gautschi instrumentalisiere das Plakatverbot an den Kantonsschule für Parteizwecke. Gautschi wehrt sich.

Das Plakatverbot des Aargauer Bildungsdirektors Alex Hürzeler hat den 18-jährigen Lenzburger Aurel Gautschi am Dienstag schlagartig bekannt gemacht. Seither steht der Präsident der Aargauer Schülerorganisationen sinnbildlich für den Widerstand gegen eine rigorose Sparpolitik durch Regierung und Grossen Rat. 

Das macht ihn aber auch angreifbar. Die Junge SVP Aargau wirft Gautschi vor, die Spardiskussion in die Schulen zu tragen und für propagandistische Zwecke zu missbrauchen.

Hintergrund dieser Aussage ist Gautschis Mitgliedschaft bei SP, Juso und Gewerkschaften für die er auch bei den Grossratswahlen antrat (aber nicht gewählt wurde). Kommt hinzu: Die SP leistete der Gautschi am Mittwoch schützenhilfe, indem sie die Plakate ausserhalb der Kantonsschulen aushängen half.

Gautschi wehrt sich

Aurel Gautschi will von solchen Verschwörungstheorien nichts wissen. In einer Nachricht an die az schreibt er: "In meiner Funktion als Präsident der Aargauer Schülerorganisationen bin ich politisch neutral."

Auch von einem Ikonenstatus hält er nichts: "Ich treffe die Entscheidungen sicherlich nicht alleine sondern mit Vertreterinnen und Vertretern der einzelnen Mittelschulen." Und weiter hält er fest: "So haben wir auch gemeinsam den Gang an die Presse wegen des Verbotes entschieden, um etwas an die Öffentlichkeit zu bringen, was in unseren Augen ein Skandal ist."

SP gegen SVP? Auch hier interveniert Gautschi: Es gehe nicht um die Parteimitgliedschaft von Bildungsdirektor Alex Hürzeler. Gautschi: "Egal von welcher Partei der Regierungsrat wäre, wenn er ein so wage begründetes Verbot zu einer Aktion zur Meinungsbildung an den Schulen rausgeben würde, würden wir genau gleich handeln, wie das jetzt mir Herrn Hürzeler der Fall war."

Die Mücke und der Elefant

Und damit wird nochmals deutlich: Das Eingreifen Hürzelers machte aus einer Mücke erst einen Elefanten.

Die Plakataktion hätte sich nämlich nur an die Schülerinnen und Schüler der sechs Aargauer Kantonsschulen richten sollen. «Bei einer Diskussion über die Sparmassnahmen kamen wir zum Schluss, dass die meisten Schülerinnen und Schüler gar nicht wissen, wie sie selbst von den Sparmassnahmen betroffen sind und welche langfristigen Schäden unser Bildungssystem zu tragen hat», sagte Aurel Gautschi am Dienstag gegenüber der az. Erst das Verbot Hürzelers machte die örtlich beschränkte Aktion zu einem öffentlichen Thema.

Dabei kann die Aktion nicht einmal als Aufstand der Schüler betrachtet werden. Sie war angemeldet und von der Rektoren der Kantonsschulen abgesegnet. Sogar der Inhalt der Plakate war von den Rektoren abgenommen.

"Harmlose" Aktion

Die Präsidentin der Aargauer Lehrerinnen und Lehrer, Elisabeth Abassi hält die Plakataktion für harmlos, wie sie auf Tele M1 sagte: "Wir hätten niemanden gefragt, sondern die Plakate einfach aufgehängt." 

Martin Burkard von der Alten Kantonsschule in Aarau sieht das ähnlich. Er habe den Schülern vertraut, und er sei überzeugt gewesen, dass die Aktion in "moderatem Rahmen" abgelaufen wäre.

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