Infektionskrankheit

Hamsterkäufe wegen Corona-Virus? Coop und Migros relativieren – treffen aber Massnahmen

Bilder eines AZ-Leserreporters zeigen halbleere Teigwaren- und Konservenregale in einer Aarauer Coop-Filiale. Wurden hier aus Angst vor dem sich ausbreitenden Corona-Virus Hamsterkäufe getätigt?

Grosse Lücken in den Pastaregalen, gähnende Leere bei den Konservenbüchsen. Die Bilder aus den Supermärkten in Teilen Italiens, wo das Corona-Virus bereits viele Menschen infiziert hat und sogar Todesopfer forderte, sind uns bestens bekannt. Nun scheinen sich auch in unserer Region erste Kunden mit Notvorräten für den Ernstfall einzudecken. Diesen Eindruck hat man zumindest, wenn man sich die Bilder ansieht, die ein Leserreporter dieser Zeitung zugespielt hat. 

Diese zeigen halbleere Teigwaren-Regale, ein geplündertes Konserven-Sortiment und den Einkaufswagen eines Kunden, der bis oben mit Pasta gefüllt ist. Man fragt sich unweigerlich: hat die Angst vor dem sich ausbreitenden Corona-Virus nun auch den Aargau erreicht?    

Wir haben bei den Detailriesen Coop und Migros nachgefragt. Andrea Bergmann, Mediensprecherin bei Coop bestätigt auf Anfrage: «Vereinzelt nimmt die Nachfrage nach bestimmten Produkten zu.» Dazu würden etwa Desinfektionsmittel oder länger haltbare Nahrungsmittel gehören. 

Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung 

Bei der Konkurrentin Migros klingt es ähnlich. «Aktuelle Zahlen zeigen eine erhöhte Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs», sagt Medienverantwortlicher Marcel Schlatter. «Am stärksten ist das Wachstum im Tessin. Zuoberst auf dem Einkaufszettel stehen Konserven, Eier, Käse und Babynahrung.» Von einem Engpass könne derzeit aber keine Rede sein, relativiert Schlatter. Die aktuellen Entwicklungen würden aber in die Planung der Warenbeschaffung einbezogen.

Während Coop sich nicht zu den Massnahmen äussert, um auf das veränderte Kaufverhalten zu reagieren, sagt der Migros-Sprecher: «Wir haben ein Basissortiment definiert, das wir fortan sowohl in den Eigenbetrieben unserer Industrieunternehmen als auch in der Logistik klar priorisieren werden.» Damit wolle man eine Grundversorgung sicherstellen. Es handle sich dabei um Güter des täglichen Bedarfs und entspreche in etwa jenen des vom Bund definierten Notvorrats. Die Massnahme sei mit dem Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung abgesprochen.

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