Kommentar

Haben wir jetzt ein neues Jahrzehnt oder nicht? – Das kantonale Politjahr wurde auf jeden Fall mit Erfolg lanciert

Am Dienstag wurde Edith Saner zur Grossratpräsidentin für das Jahr 2020 gewählt. Das Politjahr wurde damit erfolgreich lanciert.

Am Dienstag wurde Edith Saner zur Grossratpräsidentin für das Jahr 2020 gewählt. Das Politjahr wurde damit erfolgreich lanciert.

Unser Kolumnist Hans Fahrländer fragt sich, ob das neue Jahrzehnt nicht doch schon begonnen hat. Und er macht sich Gedanken zum politischen Jahr 2020 im Aargau.

In der letzten Kolumne habe ich moniert, dass Anfang 2020 noch kein neues Jahrzehnt beginnt. Ein Leserbriefschreiber aus Oberentfelden hat diese Zählweise letzte Woche unterstützt. Ein Leserbriefschreiber aus Zufikon hat diese Woche allerdings vehement widersprochen und den Start der neuen Dekade für das Neujahr 2020 reklamiert. Also ich gehöre ja nicht zu denen, die immer recht haben müssen. Aber ich fürchte, Leserbriefschreiber 2 liegt falsch.

Ich zitiere Wikipedia (okay, Wikipedia hat auch nicht immer recht): «Das Jahr 2020 liegt, entgegen weit verbreiteter Definition, noch im 202. Jahrzehnt nach Christus, da auf das Jahr 1 v. Chr. das Jahr 1 n. Chr. und nicht das Jahr 0 folgte. Am Freitag, 1. Januar 2021, beginnt das 203. Jahrzehnt.»

Item. Solange wir keine grösseren Sorgen haben ... Jedenfalls ist das neue Aargauer Politjahr erfolgreich lanciert. Der Grosse Rat hat Edith Saner (CVP, Birmenstorf) mit Glanzresultat zu seiner neuen Präsidentin bestimmt.

Seit Elisabeth Schmid aus Stein 1985 zur ersten Präsidentin gewählt worden war, sind in zunehmender Dichte Frauen in das höchste Amt des Kantons aufgerückt. Im 21. Jahrhundert haben sie schon fast Parität mit den Männern erreicht.

Alle grossen Fraktionen haben sich schon ein- oder mehrmals zur Gleichberechtigung bekannt. Und auch als zwei «Kleine» erstmals vorschlagsberechtigt waren, entschieden sie sich für Frauen: 2010 war die Grüne Patricia Schreiber aus Wegenstetten höchste Aargauerin, 2019 die Grünliberale Renata Siegrist aus Zofingen.

Die SVP verbittet sich sicher meinen Ratschlag, wen sie zu ihrem neuen Kantonalpräsidenten wählen soll. Für alle anderen formuliere ich hier gern meine Bedenken gegen einen Kandidaten Andreas Glarner aus Oberwil-Lieli (ehemaliger Kolumnist dieser Zeitung).

Ein Präsident sollte eine vermittelnde Persönlichkeit sein, die die ganze Partei repräsentiert, nicht ein Provokateur am rechten Rand mit Lust am Überschreiten roter Linien. Wählt die Partei einen Kurs, den auch andere Bürgerliche ab und zu unterstützen, kann die SVP Siege einfahren. Bewegt sie sich aber am absturzgefährdeten rechten Rand, bleibt sie allein. Und gewinnt keinen Blumentopf. Aber sie muss das natürlich selber wissen.

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