Motorisierungsgrad
Haben Aargauer Benzin im Blut? So viele Autos gibt es in ihrer Gemeinde

Wie viele Autos gibt es in den Aargauer Gemeinden? Welchen Einfluss hat die öV-Anbindung auf und in welchen Gemeinden die Zahlen nicht die ganze Wahrheit sagen. Die grosse Übersicht.

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Kantonsstrasse auf dem Land zwischen Leuggern und Leibstadt: Wer im Aargau ausserhalb der Zentren wohnt, setzt oft aufs Auto.

Kantonsstrasse auf dem Land zwischen Leuggern und Leibstadt: Wer im Aargau ausserhalb der Zentren wohnt, setzt oft aufs Auto.

Chris Iseli

Die Statistik lügt eben doch. Zumindest ein wenig. Gemäss Statistik hat die Gemeinde Schinznach-Bad den höchsten Motorisierungsgrad im Aargau. Auf 1208 Einwohner kamen im vergangenen Jahr 1161 Autos. Dies entspricht 96 Personenwagen auf 100 Einwohner. Eine deutliche Spitzenposition für Schinznach-Bad – doch sie ist trügerisch. In der Rangliste folgen Baldingen (77 Autos auf 100 Einwohner), Mönthal (76), Olsberg (75) und Safenwil (75). Doch auch bei Safenwil trügt der Schein.

Ein Anruf beim Strassenverkehrsamt bestätigt nämlich den Verdacht: Der hohe Motorisierungsgrad in Schinznach-Bad und Safenwil ist auf die beiden Grossimporteure Amag und Emil Frey AG zurückzuführen. Viele Probe- und Ausstellungsfahrzeuge treiben die Zahlen in die Höhe. Rund 500 Fahrzeuge hat die Amag in Schinznach-Bad eingelöst, wie sie auf Anfrage mitteilt. Also etwas weniger als die Hälfte der Personenwagen in der Gemeinde.

In Safenwil sind die Auswirkungen weniger deutlich. Rund 250 Fahrzeuge sind von der Emil Frey AG angemeldet.

Olsberg
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Schwaderloch
Windisch
Schinznach-Bad
Safenwil
Aargau Durchschnitt
Ennetbaden
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Olsberg

Aargauer Zeitung

Viele Auto-Pendler im Aargau

Der kantonale Durchschnitt liegt bei 58 Autos pro 100 Einwohner. Den geringsten Motorisierungsgrad – 46 Personenwagen auf 100 Einwohner – weist Windisch auf. Im kantonalen Vergleich liegt der Aargau damit auf Rang sieben, wie die NAB-Regionalstudie 2013 ergab.

Aber die Studie stellte auch fest, dass in keiner anderen Region der Schweiz der Unterschied zwischen der Anzahl Auto- und öV-Pendlern so hoch ist wie im Kanton Aargau. 73 Prozent der Aargauer pendeln nämlich mit dem Auto zur Arbeit.

Dies ist auch in den drei Gemeinden Baldingen, Mönthal und Olsberg so, die die eigentlichen Spitzenplätze in der Motorisierungsgrad-Statistik belegen. Es sind drei ländliche Gemeinden. Drei ähnliche Gemeinden.

Die Einwohnerzahlen liegen zwischen 275 und 394 Einwohnern. Die Ortschaften liegen auf einem Hügel. Und die öV-Verbindungen sind überschaubar. «Die Postautolinien werden hauptsächlich von Schülern genutzt», weiss Jürg Bitterli, Projektleiter Angebotsplanung öffentlicher Verkehr des Departements Bau, Verkehr und Umwelt, «Pendler mit Anzug und Aktenköfferli sind eher selten.»

Dies wird auch am Fahrplan ersichtlich. Von und nach Baldingen verkehren die Busse teilweise nur während der Schulzeit. In den Schulferien ist das öV-Angebot eingeschränkt.

Aber: Die Frequenzzahlen auf den drei Linien liegen laut Bitterli im Durchschnitt für ländliche Gebiete. Baldingen hat im Durchschnitt an Werktagen 52 Ein- und Ausstiege zu verzeichnen. Olsberg 78 und Mönthal 102.

«Diese Zahlen entsprechen nicht den Passagierzahlen, die Fahrgäste werden beim Ein- und beim Ausstieg gezählt», erklärt Jürg Bitterli die Zahlen.

Wie viele Autos finden sich in ihrer Gemeinde pro 100 Einwohner? Laden Sie die Liste runter und schauen Sie nach.

Aargauer Zahlen 2014