«Go Chrigu!», «noch einmal ziehen!» – die Turner feuern ihren Teamkameraden voller Inbrunst an. Nachdem «Chrigu» die finale Sprossenwand bezwingt und auf den roten Buzzer schlägt, brechen alle Dämme. Stimmen überschlagen sich, Biere schwappen über.

Hangeln, klettern, schwingen: Der Parcours ist an die beliebte Wettkampfshow «Ninja Warrior» angelehnt (Ältere erinnern sich an «Spiel ohne Grenzen»). Sieben Hindernisse müssen in möglichst kurzer Zeit überwunden werden, der Tagessieger und die Tagessiegerin erhalten 400 Franken auf die Festkarte. 

Interesse «enorm gross»

Täglich trauen sich 300 bis 400 Männer und Frauen an den Parcours – Tendenz steigend. «Das Interesse ist enorm gross», sagt Daniel Hunziker, Marketingleiter des Schweizerischen Turnverbandes. Er zieht ein positives Zwischenfazit, auch weil es bisher keine Verletzungen gab. Der Parcours sei zwar hart, aber nicht unmöglich, sagt Hunziker. «Die einzelnen Elemente kommen dem, was die Turner kennen, sehr nahe.»

Die Jurassierin Louise Bédat (16) schafft es bis zu den Ringen.

Die Jurassierin Louise Bédat (16) schafft es bis zu den Ringen.

Einer dieser Turner mit dem so typisch drahtigen Körperbau ist Reto Imbach. Auch der Seedorfer BE hat sich erfolgreich durch den Parcours gehangelt. In 36 Sekunden. Das reicht heute nur für Platz zwei. «Verdammt», flucht er. Schon 15 Mal ist er seit letztem Wochenende angetreten, nie hat es zum Sieg gereicht. «Egal, ich versuchs morgen einfach nochmals.»

«Vor dem Start ein Bier» 

Etwas lockerer nimmt es Luca Hunziker vom TV Leerau: «Ich trinke vor dem Start erst mal ein Bier.» Zuerst stehen aber drei Frauen des FSG Alle JU am Start.

Die 16-jährige Lousie Bédat schafft es am weitesten, an den Ringen verlassen sie dann aber ihre Kräfte. Lachend lässt sie sich von ihren Kollegen feiern.

Übrigens: Die Bestzeit hält mit sagenhaften 26 Sekunden ein junger Mann namens Simon Weiss. Er ist – welch Zufall – amtierender Schweizer «Ninja-Warrior»-Sieger.