Aargau
Gutes Zeugnis für Köche am Badener Stadtfest 2012

Im aktuellen Jahresbericht 2012 des Aargauer Amtes für Verbraucherschutz kommt das Badener Stadtfest deutlich besser weg als die Badenfahrt fünf Jahre zuvor. Es gab 20 Prozent weniger Beanstandungen.

Toni Widmer
Drucken
Teilen
Baden Stadtfest Theaterplatz

Baden Stadtfest Theaterplatz

Alex Spichale

In den Aargauer Restaurants und Lebensmittelbetrieben werden die Hygienevorschriften allgemein stark beachtet. Bei 4340 Kontrollen in 3569 Betrieben gab es jedoch in knapp 40 (1,3 Prozent) gröbere Beanstandungen.

Betroffen waren unter anderem 23 Gastwirtschaften, 5 Lebensmittelläden, 4 Imbiss/Take away, 3 Metzgereien und 2 Bäckereien. In 10 Fällen musste das Lebensmittelinspektorat Benutzungsverbote für Räume und/oder Gerätschaften aussprechen. Unterhalt und Reinigung waren da derart vernachlässigt worden, dass die Lebensmittelsicherheit unmittelbar beeinträchtigt war.

Auch 2012 mussten deshalb im Aargau Betriebe für kürzere oder längere Zeit geschlossen werden. Dennoch: «Die groben Verstösse gegen das Lebensmittelgesetz halten sich mit 1,3 Prozent im Rahmen.

Sie gründen meistens nicht auf Unkenntnis der Vorschriften, sondern sind Ausdruck einer allgemeinen Überforderung,» kommentiert Alda Breitenmoser, Leiterin des Amtes für Verbraucherschutz (AVS) die Resultate. Solche Fälle werde es trotz allen Kontrollen und guter Aufklärung immer wieder geben.

Stadtfest Baden deutlich besser

Deutlich besser abgeschnitten als fünf Jahre zuvor hat bei den Lebensmittelinspektoren 2012 das Badener Stadtfest. Von 187 kontrollierten Festbeizen und Verpflegungsständen mussten 67 beanstandet werden. Das sind mit 36 Prozent immerhin 20 Prozent weniger als 2007.

Schaut man auf die Gründe für die Beanstandungen, relativiert sich das Ergebnis noch einmal: In 48 Fällen fehlten die bei den Festwirten «berühmt-berüchtigten» Handwaschgelegenheiten (Seifenspender mit Papierrolle), in 36 Fällen wurde die mangelnde Selbstkontrolle gerügt und 33 Mal war die Deklaration ungenügend.

Akute Lebensgefahr hat für die Besucher des Badener Stadtfestes kaum bestanden; nur in drei Lokalen wurden verdorbene Lebensmittel gefunden.

Brokkoli mit 16 Pestiziden

Da ist die Situation bei exotischen Gemüsen und Früchten deutlich alarmierender. Hier wurden vom AVS im vergangenen Jahr verschiedentlich zu hohe Konzentrationen an Pestiziden festgestellt und zwar in rund einem Drittel der untersuchten Proben. Dabei hat das AVS auch Pestizidrückstände über den zulässigen Höchstkonzentrationen gefunden.

Absoluter Spitzenreiter war ein chinesischer Brokkoli aus Malaysia, der Rückstände von sechzehn (!) Pestiziden aufwies. Die Höchstwerte überschritten haben weiter auch etwa Chili-Schoten aus Thailand, Indien und Sri Lanka, Wasserspinat aus Thailand sowie Sellerieblätter und Schnittknoblauch.

Krebserregende Substanzen im Schnaps

Ein gesundheitliches Risiko könne bei solchen Konzentrationen nicht mehr ausgeschlossen werden, hält das AVS in seinem Jahresbericht fest. Denn die Pestizide aus dem asiatischen lassen sich nicht einfach mit einem Gläschen Schnaps aus dem Körper spülen. Zumindest nicht mit einheimischen Wässerchen, denn auch die sind teilweise belastet, wie das AVS herausgefunden hat.

Allgemein waren einheimische und europäische Früchte und Gemüse im Berichtsjahr 2012 von guter Qualität. Im Schnaps, der aus ihnen hergestellt wird, sind jedoch krebserregende Substanzen gefunden worden.

Und das gleich mehrmals: «4 von 33 Proben von Spirituosen einheimischer Brennereien und von Direktvermarktern mussten aus dem Verkehr gezogen werden. Die mangelnde Qualität beruht dabei überwiegend auf unsachgemässen Umgang mit dem Rohmaterial oder auf dessen mangelnder Qualität», sagte Alda Breitenmoser.

Gefährliche Laserpointer und Kinderkosmetika

Beanstandet hat das AVS auch Laserpointer. Kinder unter vierzehn Jahren sollten auf Warenmärkten nur Spielzeuglaser können. Bei den vorgenommen Kontrollen war allerdings kein einziges Gerät harmlos. Die erforderlichen Schritte, insbesondere bessere Aufklärung der Anbieter, welche die aktuellen Vorschriften nicht kannten, sind eingeleitet.

Höchst unerfreulich sind die Ergebnisse der Untersuchung von Kinderkosmetika. Rund die Hälfte der Proben erfüllten die Anforderungen nicht. In einigen Produkten fanden sich laut AVS gar krebserregende Substanzen oder nicht deklarierte allergene Duftstoffe.

Und schliesslich ist auch bei den Hundehaltern noch nicht alles was bellt auch angemeldet: Seit Inkrafttreten des neuen Hundegesetzes am 1. Mai 2012 ist für fünf Rassen eine Halteberechtigung nötig. Die Frist zur Registrierung ist Ende Oktober 2012 abgelaufen. Per Ende 2012 waren allerdings nur knapp 500 der 780 Hunde dieser Rassetypen beim Kantonalen Veterinärdienst gemeldet.

Vielfältige Aufgaben

Zu den Aufgaben des AVS gehören der Schutz der Menschen vor schädlichen Einflüssen durch Lebensmittel und Gebrauchsgegenstände.

Es sorgt für die Gesundheit und das Wohlergehen der Tiere sowie für den korrekten Umgang mit Chemikalien und Organismen und bildet so ein Kompetenzzentrum für Mensch, Tier und Umwelt in den genannten Bereichen.

Der Jahresbericht 2012 steht im Internet zum Download zur Verfügung.

Aktuelle Nachrichten