AZ-Jasskönig 2018

Gute Tropfen zu guten Karten - und die Chancen von Jasskönig Thomas Hollinger

Es wird wieder gejasst im Aargau: die Aargauer Zeitung und Aargau Tourismus suchen 2018 bereits zum zweiten Mal den AZ-Jasskönig. Ab heute können sich Jassfans anmelden. Warum es dabei Weingüter zu entdecken gibt – und welche Chancen sich Titelhalter Thomas Hollinger ausrechnet.

Als die AZ vor einem Jahr erstmals den besten Jasser oder die beste Jasserin im Kanton suchte, wurde sofort klar: Dass der Aargau ein Jasskanton ist, ist keine Behauptung romantischer Nostalgiker. Die vier Qualifikationsturniere auf den Schlössern Klingnau, Böttstein, Lenzburg und Wildegg waren innert weniger Tage ausgebucht. «Vor einer Premiere weiss man nie, wie gut etwas ankommt», sagt Projektleiterin Vanessa Arcari, «aber dass alle Plätze so schnell weg waren, übertraf unsere Erwartungen bei weitem.» Alle Seiten – Teilnehmer, prominente Mitjassende, Partner – bezeichnen die Durchführung als gelungen. So musste die Aargauer Zeitung gemäss Vanessa Arcari nicht lange überlegen, ob es eine Fortsetzung geben soll.

Winzerei auf höchstem Niveau

Ziel war es, als Durchführungsorte und für das Rahmenprogramm nach den Schlössern etwas Neues aufzugreifen. In Zusammenarbeit mit Aargau Tourismus kristallisierte sich das Thema Wein als Favorit heraus. Man habe immer das Ziel, verschiedene Facetten des Aargaus zu zeigen, sagt Andrea Portmann, Direktorin von Aargau Tourismus. «Und der Aargauer Weinbau ist eine Perle, die noch nicht so fest glänzt, wie sie glänzen dürfte.» Wenn man Aargau höre, denke man nicht zuerst an Wein, wie etwa beim Wallis. «Dabei wird im Aargau längst auf höchstem Niveau Wein produziert.»

Ziel sei es deshalb, dies weiter herum bekannt zu machen – und nicht zuletzt die Aargauerinnen und Aargauer dazu zu bewegen, auch einmal einheimischen Wein zu trinken statt Flaschen aus Italien, Spanien oder Südafrika aufzutischen oder zu bestellen. Die immer grössere Nachfrage nach regionalen Produkten zeige, dass dies ein Bedürfnis sei. «Wir wollen nun den Aargauer Wein erlebbar machen», sagt Portmann.

Eine ideale Symbiose

So fragten die Co-Organisatoren des AZ-Jasskönigs beim Branchenverband Aargauer Wein an. Dort musste man wiederum ebenfalls keine grossen Überlegungen anstellen, wie Präsident Roland Michel sagt: «Wir waren sofort bereit, beim AZ-Jasskönig mitzuwirken. Jassen und Wein sind zwei Traditionen, die seit je her zusammengehören.» Beides sei gemütlich und zum Geniessen. «Und ein rechter Jasser hat noch immer einen feinen Kafi oder ein gutes Glas Wein zum Spiel getrunken.» Michel, gebürtiger Freiämter, heute in Wettingen zu Hause und dort auch Präsident der örtlichen Weinbaugenossenschaft, ist selber «ein starker Jasser», wie er sagt. Am liebsten spiele er Bandur und Schieber.

Man könne das Jassen auch noch aus anderen Gründen mit dem Wein vergleichen. «Es gibt verschiedene Wein- sowie verschiedene Kartenfarben. Je nach Region gibt es zudem unterschiedliche Produktions- und Spielarten. Die Vielfalt ist im Aargau bei beidem sehr gross.»

Wenn man Jassen als Sport betrachte, das räumt der oberste Aargauer Winzer ein, «gehört der Alkohol nicht dazu». Doch Wein sei ein Genussmittel und gehöre definitiv zum Jassen, wenn das Spiel vorbei sei: «Da darf man anstossen auf das Spiel, den Match, den Bergpreis. Aber natürlich auch, wenn man wegen schlechter Karten einmal keinen Stich hatte», sagt Roli Michel schmunzelnd.

Die fünf AZ-Jasskönig-Turniere finden auf fünf Weingütern statt. Der Auftakt am 23. März erfolgt im Weinbaumuseum Tegerfelden. Danach wird bei Weinbau Hartmann in Remigen (20.4.) gejasst, bei Weinbau Fürst in Hornussen (4.5.) sowie bei Wein & Gemüse Umbricht in Untersiggenthal (25.5.). Der AZ-Jasskönig 2018 wird schliesslich am 8. Juni im Final bei Büchli Weine in Effingen gekürt. Man habe bei der Auswahl versucht, möglichst alle Weinregionen abzubilden, erklärt Michel. Bevor die Karten verteilt werden, gibt es eine Führung durch Betrieb und Keller – inklusive Ausschank der örtlichen Weine, versteht sich.

Jahrgang 2017 «hervorragend»

Übergeordnetes Ziel des Branchenverbands ist es, den Bekanntheitsgrad des Aargauer Weins zu steigern. «Wir wünschen uns, dass auch Aargauer wieder vermehrt Aargauer Wein trinken. Jassen ist auch ein sehr lokaler Sport. Das passt ideal zusammen», sagt Winzerpräsident Michel. Auf das Weinjahr 2017 dürfe man sich im Übrigen speziell freuen: «Das wird einer der besten Jahrgänge in diesem Jahrhundert!» Der Ertrag sei zwar wegen des Frosteinbruchs im April im Schnitt um rund 30 Prozent zurückgegangen. «Dafür ist die Qualität in allen Belangen hervorragend.»

Die Vorzeichen, dass auch die zweite Ausgabe des AZ-Jasskönigs die Erwartungen übertreffen könnte, stehen gut.

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