Berufsschulstandorte
«Grundlage, mit der man arbeiten kann»

Die ersten Reaktionen auf den Entscheid der Regierung, alle Berufsschulstandorte zu erhalten, sind meist positiv.

Mathias Küng
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Thumb for 'Berufsschulen werden doch nicht geschlossen'

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Die Vernehmlassungsvorlage der Regierung für ein neues Raum- und Standortkonzept für die Mittel- und Berufsschulen ist bekanntlich ganz schlecht angekommen. Inzwischen hat die Regierung markante Anpassungen vorgenommen, alle Standorte bleiben erhalten. Eingegriffen wird jedoch bei der Zuteilung der Berufe, was für einzelne Berufsfachschulen zu spürbaren Veränderungen führt. Die Vorlage wurde am Freitag vorgestellt.

Nun tönt es in ersten Reaktionen der Parteien vorab positiv. Für die SP waren die Resultate der Anhörung eindeutig und der Druck der Schulen und der Bevölkerung gross. Grossrat Thomas Leitch: «Auch wenn noch nicht für alle Schülerinnen und Schüler sowie Lehrpersonen eine zufriedenstellende Lösung gefunden wurde, ist dies eine Grundlage, mit der man arbeiten kann.»

Sehr positiv tönt es auch in der SVP. Grossrätin Tanja Suter ist erfreut, dass alle Standorte erhalten bleiben: «Wir sind ein Kanton der Regionen, der Verlust eines Standortes wäre einschneidend gewesen.» Jetzt lässt sich dafür weniger sparen. Natürlich sei die SVP für Sparen. Man müsse aber immer abwägen, wo es Sinn macht, sagt Suter dazu.

Grösstenteils zufrieden ist auch die CVP. Ihre Forderungen seien mehrheitlich berücksichtigt worden. Genauer angeschaut werden müsse aber der Vorschlag der Tagesschulen. Die möchte die CVP zentral und auf den Hauptverkehrsachsen. Ebenfalls erfreut reagiert die BDP. Kritisch steht sie aber zum Vorhaben, die Informatik Mittelschule (IMS) nur noch in Baden zu führen. Grossrätin Maya Bally: «Wenn ein Angebot nur noch einfach geführt wird, dann sollte dies zentraler gelegen sein.»

FDP: mutloser Entwurf

Auch die GLP begrüsst das angepasste Vorhaben. Grossrätin Barbara Portmann kritisiert aber, es sei nicht gelungen, ein genügend hohes Sparpotenzial aufzuzeigen. Sie stellt nüchtern fest, dass es «gelungen ist, eine vermutlich mehrheitsfähige Lösung zu erarbeiten und dass es grössere Strukturbereinigungen im Aargau schwer haben». Letzteres sieht die FDP auch so. Sie reagiert am kritischsten. Für Grossrat Erwin Baumgartner ist der Handlungsbedarf unbestritten und die Bildung von Kompetenzzentren ein sinnvoller Ansatz. Die FDP bedauere aber, dass die Regierung nicht auf ihre Forderung nach einer umfassenden Bedarfsanalyse eingehe. Stattdessen präsentiere sie einen «mutlosen Umsetzungsentwurf, der es allen recht machen will und keinen Mehrwert generiert».

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