Bildung

Grundkompetenzen: Aargauer Schülerinnen und Schüler sind Mittelmass

Die Aargauer Volksschule hat sich im Mittelfeld platziert (Symbolbild)

Bei der nationalen Überprüfung der schulischen Grundkompetenzen mit Tests in Mathematik und Sprachen liegen Aargauer Schülerinnen und Schüler im Vergleich mit anderen Kantonen in der Mitte.

Die Schweizerische Erziehungsdirektorenkonferenz hat am Freitag im Rahmen einer Medienkonferenz über die Ergebnisse der erstmals durchgeführten nationalen Überprüfung der Grundkompetenzen orientiert. An der Überprüfung hat sich auch der Kanton Aargau beteiligt. Jeweils rund 1000 Aargauer Schülerinnen und Schüler haben die Tests in Mathematik und in Sprachen absolviert. Die Mathekenntnisse wurden 2016 überprüft, die sprachlichen Fähigkeiten im Jahr 2017.

Die kantonalen Ergebnisse liegen in beiden Bereichen nahe am schweizweiten Mittel und unterscheiden sich statistisch nicht bedeutsam davon. Die geprüften Schülerinnen und Schüler im Aargau sind noch nicht nach dem Lehrplan 21 unterrichtet worden, in dem die zu erreichenden Grundkompetenzen beschrieben sind.

Der neue Aargauer Lehrplan auf der Basis des Lehrplans 21 wird erst ab Schuljahr 2020/21 eingeführt. «Bei künftigen Überprüfungen erwarten wir deshalb, dass mehr Schülerinnen und Schüler die Grundkompetenzen erreichen», sagt Christian Aeberli, Leiter der Abteilung Volksschule beim Kanton. Das würde auch bedeuten, dass die Aargauer Volksschule bei der nächsten Überprüfung ihren soliden Mittelfeldplatz gegenüber anderen Kantonen deutlich verbessern kann.

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Neuer Lehrplan ab 2020/21

Man setze sich im Aargau zum Ziel, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler künftig die vom Lehrplan vorgegebenen Grundkompetenzen erreichen, erklärt Aeberli weiter. Verschiedene in jüngster Zeit umgesetzte oder beschlossene Massnahmen sollen dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen.

Der neue Aargauer Lehrplan Volksschule auf Basis des Lehrplans 21, in welchem die Grundkompetenzen beschrieben sind, wird ab Schuljahr 2020/21 eingeführt. Die Vorbereitungen für die Einführung laufen auf Hochtouren, in zahlreiche Weiterbildungen werden die Lehrpersonen auf die Neuerungen vorbereitet.

Als Teil des neuen Lehrplans werden ab Schuljahr 2020/21 auch neue Stundentafeln gelten. Insbesondere an der Primarschule und an der Realschule erhöht sich die Zahl der Pflichtstunden für die Schülerinnen und Schüler. Aber auch die Auswahl der Lehrmittel in Mathematik und Deutsch in der Primar- und der Oberstufe wurde erweitert. Diese Lehrmittel orientieren sich alle am Deutschschweizer Lehrplan 21. Die Wahlmöglichkeit für Lehrpersonen ermöglicht eine bessere Abstimmung zwischen der gewählten Unterrichtsmethode und dem verwendeten Lehrmittel.

Mit der Einführung der Leistungstests Checks und der Aufgabensammlung Mindsteps verfügen die Schulen bereits über standardisierte Instrumente zur Förderung der Schülerinnen und Schüler wie auch zur Evaluation des Unterrichts.

Checks und Mindsteps basieren auf den Kompetenzen des Lehrplans 21. Insbesondere anhand des Check S3, den die Schülerinnen und Schüler am Ende ihrer obligatorischen Schulzeit absolvieren, erhalten die Schulen wichtige Hinweise dazu, inwiefern die Bildungsziele der Volksschule erreicht sind. Darüber hinaus leiste der Check S3 einen zentralen Beitrag zur Schul- und Unterrichtsentwicklung, den es künftig noch besser zu nutzen gelte, erklärt Volkschulleiter Aeberli.

Schule erhält mehr Autonomie

Aktuellstes Projekt zur Weiterentwicklung der Volksschule bildet der Regierungsbeschluss zur Neuen Ressourcierung Volksschule mittels einer differenzierten Schülerpauschale. Dadurch erhält die Schule vor Ort im Aargau deutlich mehr Autonomie als bisher. Vom neuen Ressourcierungsmodell wird aufgrund des gezielten Einsatzes der Mittel zur Förderung der Schülerinnen und Schüler ebenfalls ein positiver Effekt auf deren künftige Leistungsfähigkeit erwartet.

Autor

Jörg Meier

Jörg Meier

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