Die Aargauer Grünen haben bei der ersten Grossratssitzung nach den Sommerferien gleich einen ganzen Strauss von Vorstössen zur Klimapolitik eingereicht. In einer Interpellation stellen sie zum Hitzesommer eine ganze Reihe Fragen. So wollen sie von der Regierung zum Beispiel wissen, ob sie negative Auswirkungen und Schäden durch den Hitzesommer systematisch erfasse. Falls ja, wollen sie wissen, ob sie die Kosten dieser Schäden beziffern könne. Falls nein, fragen die Grünen, ob es nicht Sinn machen würde, die Schäden systematisch zu erfassen, um Prognosen für die zukünftigen finanziellen Auswirkungen des Klimawandels auf den Kanton zu erstellen.

Weiter wollen sie wissen, welche Rückschlüsse die Regierung aus dem Hitzesommer zieht und wo sie in Zukunft bei andauernden Heisstemperaturphasen und längerer Trockenheit Handlungsbedarf sieht.

Klimaschutz in die Verfassung

Weiter wollen die Grünen in der Kantonsverfassung eine aktive Klimaschutzpolitik des Aargaus und seiner Gemeinden verankern. Das verlangen sie in einer eingereichten parlamentarischen Initiative. Abgeleitet vom internationalen Klimaschutzübereinkommen von Paris sollen demnach in der Kantonsverfassung insbesondere drei Ziele festgeschrieben werden: Die Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter 2 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau, die Stärkung der Fähigkeit, sich an die nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels anzupassen und die Vereinbarkeit der Finanzströme mit einem Weg hin zu niedrigen Treibhausgasemissionen.

Sind weltweite Zielsetzungen in einer Kantonsverfassung nicht gar hochgesteckt? Die Grünen sind überzeugt, der Klimaschutz sei eine derart wichtige Aufgabe, dass es sich rechtfertige, «die wichtigsten Ziele in der Kantonsverfassung zu verankern», halten sie fest.

Begrünte Dächer fördern

Ein weiteres Fraktions-Postulat fordert von der Kantonsregierung, zu prüfen, wie das geltende Gesetz dahingehend angepasst werden könne, damit eine klimafreundliche Architektur (zum Beispiel Fassadenbegrünungen) gefördert wird. Zur Begründung heisst es, dass begrünte Gebäude das Stadtklima regulieren. Mit der verdichteten Bauweise und dem Klimawandel gewänne dies an Bedeutung. Begrünte Wände wirkten im Winter wärmeisolierend und verhinderten das starke Aufheizen von Fassaden im Sommer, argumentiert die Fraktion weiter. Damit könne dem Effekt «entgegengewirkt werden, dass Städte durch den grossen Flächenanteil an Beton, Glas und Metall stärker aufheizen als Naturgebiete und sogenannte Wärmeinseln bilden».

Motionen zu AKB und APK

Schliesslich reichten die Grünen auch zwei Motionen ein. Sie wollen der Aargauischen Kantonalbank (AKB) als auch der Aargauischen Pensionskasse (APK) verbieten, im Bereich der fossilen Energien Eigengeschäfte abzuschliessen (AKB) beziehungsweise in fossile Energien zu investieren (APK). Als Begründung fügen die Grünen an, Investitionen in fossile Energien widersprächen den Klimazielen von Paris. Damit diese erreicht werden könnten, «müssen die Investitionen weg von den fossilen Energien und hin zu nachhaltigen Technologien». Es sei dringend nötig, dass Pensionskasse und Kantonalbank «ihre Verantwortung für die Zukunft wahrnehmen und keine Investitionen mehr in fossile Energien tätigen». Solche Investitionen hätten ausserdem auch hohe Risiken, so die Grünen. Die Forschung im Bereich des Klimawandels zeige auf, dass die Dekarbonisierung eigentlich deutlich schneller vorangehen müsste.