Energie

Grounding: SPler fürchten, dass Axpo zum nächsten Fall Swissair wird

Wie stark braucht Axpo Stromabkommen mit der EU? Im Bild das zur Axpo gehörende AKW Benznau

Wie stark braucht Axpo Stromabkommen mit der EU? Im Bild das zur Axpo gehörende AKW Benznau

Die Verhandlungen über ein Stromabkommen mit der Schweiz hat die EU nach dem Ja zur Masseneinwanderungs-Initiative sistiert. Zürcher SP-Kantonsräte fürchten dann, dass der Alleingang die Axpo «ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten» bringt.

Die Axpo steckt angesichts von Milliardenprojekten wie dem Pumpspeicherkraftwerk Linth-Limmern oder der Nachrüstung des AKW Beznau in einer ungemütlichen Lage. Die Zürcher SP-Kantonsräte Roland Munz und Marcel Burlet wollen in einer Anfrage an den Zürcher Regierungsrat nun wissen, ob der Nordostschweizer Stromriese gar «zum nächsten Fall Swissair» werden könne.

Die beiden fürchten, dass die EU nach dem Ja zur Einwanderungsinitiative ihre Energiestrategie im Alleingang weiterentwickelt. Verhandlungen über ein Stromabkommen mit der Schweiz sind bereits sistiert.

Eine solche Entwicklung würde den stark international aufgestellten Konzern in «ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten» bringen. Die Axpo sei aber für die Energieversorgung der Schweiz «too big to fail».

Der Zürcher Regierungsrat Markus Kägi sagt gegenüber der «Sonntagszeitung» zwar, das Stromabkommen liege im Interesse der Axpo. Was aber im Falle eines Scheiterns der Verhandlungen mit der EU passieren würde, sei Spekulation. Fakt sei, dass die Axpo «heute hervorragend kapitalisiert ist».

Um die Stromversorgung macht er sich keine Sorgen: Sie werde nicht allein durch die Axpo, sondern durch die gesamte Schweizer Stromwirtschaft und auch den Bund sichergestellt. Eine Sprecherin der Axpo will sich nicht zu den Folgen der Sistierung der Vertragsverhandlungen und zu den wirtschaftlichen Aussichten des Konzerns äussern. Nun sei die Politik am Zug, das Unternehmen bereite sich auf «verschiedene Szenarien» vor. (rsn)

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