Wahlbeteiligung

Grossratswahlen im Aargau: Verheiratete gehen viel fleissiger wählen als Ledige

Die Stimmen werden gezählt: Verheiratete gehen viel fleissiger wählen als Ledige (Symbolbild)

Die Stimmen werden gezählt: Verheiratete gehen viel fleissiger wählen als Ledige (Symbolbild)

Sie sagt zwar nichts darüber aus, wer welche Partei gewählt hat, die Statistik zu den Grossratswahlen 2012. Aber sie gibt Aufschluss darüber, wer überhaupt an die Urne gegangen ist: Männer eher als Frauen und Ältere eher als Jüngere.

Wer geht noch an die Urne? Diese Forschungsfrage stellte sich das kantonale Amt Statistik Aargau im Nachgang zu den Grossratswahlen vom Oktober 2012.

Am Mittwoch publizierte das Departement Finanzen und Ressourcen das Resultat. Es basiert auf Zahlen aus 59 Gemeinden, wobei aus jedem Bezirk mindestens drei Gemeinden vertreten sind. Die regionalen Unterschiede wurden also berücksichtigt.

Die Fleissigsten sind zwischen 70 und 74 Jahre alt

An die Urne geht nur einer von drei Stimmberechtigten, der Wähleranteil beträgt 33,1 Prozent. Dabei gibt es Unterschiede zwischen Alter und Geschlecht. Mit zunehmendem Alter steigt der Wähleranteil und erreicht bei den 70- bis 74-Jährigen den Höchststand (54 Prozent), bevor er regelrecht einbricht.

In fast allen Altersgruppen ist der Wähleranteil der Männer leicht höher als jener der Frauen, auch wenn die Frauen zwischen 1973 und 1993 – das Frauenstimmrecht wurde 1971 eingeführt – stark aufgeholt haben.

Der Unterschied beträgt insgesamt 6,8 Prozentpunkte und nimmt mit dem Alter zu. Einzig in der jüngsten Alterskategorie (18- bis 19-Jährige) gibt es mehr Nichtwähler als Nichtwählerinnen.

Wächst hier eine hoffnungsvolle Generation heran, welche die Geschlechterunterschiede endlich nivelliert, oder verlieren Frauen mit dem Älterwerden ganz allgemein an politischem Interesse? Die statistische Momentaufnahme lässt keinen Schluss zu.

Deutlich höher ist der Wähleranteil bei den Verheirateten (41 Prozent) gegenüber den Ledigen (22,2 Prozent). Wie beim Geschlecht, klaffen die beiden Gruppen mit zunehmendem Alter mehr und mehr auseinander. Und: Während bei den Ledigen Männer und Frauen etwa gleich häufig wählen gehen, ist der Anteil bei den verheirateten Frauen deutlich kleiner als bei den Männern.

Höchsten Wähleranteil haben die Reformierten

Die Statistik untersucht auch die Konfessionsunterschiede. Den höchsten Wähleranteil haben die Reformierten (36,3 Prozent) vor den Katholiken (34 Prozent) und dem Rest mit 27,9 Prozent (andere Konfession oder konfessionslos).

Schliesslich haben die Statistiker herausgefunden, welche Altersgruppen im Parlament über- oder untervertreten sind. Krass ist der Anteil der 50- bis 59-jährigen Grossräte von fast 43 Prozent. Die gleichaltrigen Wähler machen nur 20,8 Prozent der gesamten Wählerschaft und nur 18,8 aller Stimmberechtigten aus. Umgekehrt ist das Bild bei den unter 30-Jährigen: Sie stellen 17,3 Prozent der Stimmberechtigten und nur 6,4 Prozent der Parlamentarier.

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