Burkart-Nachfolge

Grossrat Matthias Jauslin könnte der neue FDP-Präsident werden

Die FDP wählt am 24. Oktober einen neuen Präsidenten.

Die FDP wählt am 24. Oktober einen neuen Präsidenten.

Der FDP-Parteitag kürt am 24. Oktober den neuen Präsidenten. Doch die Suche gestaltet sich schwierig. Vizepräsident Adrian Ackermann will nun doch nicht, dafür steht jetzt Unternehmer und Grossrat Matthias Jauslin bereit.

Bekanntlich gibt der amtierende Präsident Thierry Burkart mit Blick auf sein Grossratspräsidium 2014 das Präsidium ab. Die Aargauer Zeitung hat im Mai gemeldet, dieses sei für den mehrjährigen Vizepräsidenten und Grossrat Adrian Ackermann (49, Kaisten) ein Thema. Ackermann sagte damals: Sollte ihn die Bezirkspartei nominieren, werde er voraussichtlich ins Rennen steigen.

Doch jetzt zieht sich der Coach des FC Grossrat aus dem Präsidentenrennen zurück. Hat er den Zeitaufwand für dieses Amt unterschätzt? Nein, das nicht, sagt Ackermann, es gehe aber tatsächlich «um ein reines Zeitproblem». Ackermann ist seit 15 Jahren selbstständiger Unternehmer. Derzeit erfährt seine Firma grössere Veränderungen und eine Neupositionierung. Ackermann entschied, Prioritäten zugunsten der Firma zu setzen. Er steht nicht mehr als möglicher Kandidat für das Präsidium zur Verfügung. Als Vizepräsident steht er aber bis auf weiteres gern bereit. Dies in der Annahme, dass dem neuen Präsidenten respektive der neuen Präsidentin seine Erfahrung von Nutzen sein könnte, zumal auch das Parteisekretariat neu besetzt wird.

Jauslin erhielt Anfragen

Steht damit die FDP plötzlich mit leeren Händen da? Einfach ist es nicht, erfahrene Politikerinnen und Politiker zu finden, die das Amt mit ihrer beruflichen Situation, der politischen Tätigkeit und der Familie vereinbaren können, idealerweise im Grossen Rat sind und nicht gerade noch im Wahlkampf für ein anderes Amt stecken. Eine kleine Umfrage zeitigt mehrere Absagen – aber nicht nur. Im Mai hatte der Unternehmer, Grossrat und Vizeammann von Wohlen, Matthias Jauslin (51), ein kleines Türchen offen gelassen. Damals war nämlich noch unklar, ob er wieder für den Gemeinderat antritt. Er sagte: «So oder so ginge nicht beides.» Inzwischen hat Jauslin seinen Rückzug aus dem Gemeinderat beschlossen und kommuniziert.

Könnte sich also die Frage einer möglichen Kandidatur für das FDP-Präsidium doch noch stellen – zumal sich der mutmassliche Kronprinz zurückzieht? Ob man allein oder in Konkurrenz kandidierte, würde für seinen Entscheid keine Rolle spielen, sagt Jauslin. In der Tat sei er aber von verschiedenen Gruppierungen in der Partei angefragt worden. Mit Blick auf den Wegfall des Amtes in Wohlen und seine Absicht, sich kantonal stärker zu engagieren, sagt er: «Jetzt kann das Präsidium eine Option werden.» Jauslin ist seit 2009 Grossrat. Er präsidiert die Kommission Allgemeine Verwaltung.

Vizepräsidentin und Grossrätin Antoinette Eckert steckt im Wahlkampf um das Vizeammannamt in Wettingen. Sie steht nicht zur Verfügung. Auch für die neue Vizefraktionspräsidentin Sabina Freiermuth (48, Zofingen), kommt das intensive Amt «aus zeitlichen Gründen nicht infrage». Sie ist erst seit drei Jahren im Grossen Rat, ist berufstätig, hat Familie, die Kinder sind in Ausbildung. Freiermuth: «Ich bin nicht im Rennen.» Abgesagt haben auch bereits Fraktionspräsident Daniel Heller, die Wahlkampfleiterin 2012 und Grossrätin Jeanine Glarner, sowie der Brugger Grossrat Titus Meier.

Bütler: Jetzt kein Thema

Reiche Exekutiverfahrung als früherer Gemeindeammann von Spreitenbach hätte Grossrat Josef Bütler. Man mache sich schon Gedanken, sagt er. Er sei aber beruflich und mit dem Grossratsmandat ausgelastet: «Ich könnte aus Zeitgründen in diesem Amt meinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden. Etwas halbbatzig zu machen, kommt für mich aber nicht infrage. Deshalb ist das Präsidium für mich zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema.»

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