«An den Flüchtlingstagen geht es darum, Kultur zu teilen: Essen, Musik, Wissen, Fähigkeiten. Jedes Volk hat etwas Besonderes zu bieten. Der gegenseitige Austausch bringt eine lebendige Gesellschaft.» Treffender als Layla Ibrahim könnte man den kantonalen Anlass in Zofingen vom letzten Wochenende kaum beschreiben. 

Doch neben liebevoll dekorierten Köstlichkeiten und nach einer eritreischen Zeremonie frisch gebrauten Kaffee stand an den Zofinger Flüchtlingstagen auch die Technik im Zentrum: Zum ersten Mal im Aargau wurde die neue, speziell für Flüchtlinge entwickelte App «I-Need» vorgestellt. Mit ihr können die Benutzer ausgehend von der Frage «Was brauchst Du?» wichtige Informationen erhalten. Durch die integrierte Navigation sind Angebote für Beratung, Gemeinschaftskurse und Essen in ihrer Nähe schnell zu finden. So kommen Flüchtlinge schneller zurecht und können ihre Zeit bestmöglich organisieren.

Keine wertvolle Zeit verlieren

Davon ist auch Flüchtlingsfrau Mahperi Elma überzeugt. Während einer lebhaften, informativen und kontroversen Diskussion mit über 100 Zuhörern diskutierte sie mit Lokal-, Kantonal- und Nationalpolitikern, einem Kirchenvertreter und einer Vertreterin der Hilfswerke über erfolgreiche Integration. 

Elma appellierte an die Politik, Asylsuchenden besseren Zugang zu Beschäftigungsprogrammen, Deutschkursen und Ausbildungen zu ermöglichen – bereits während des laufenden Asylverfahrens, um keine wertvolle Zeit zu verlieren. Für sie hat dies zweierlei Vorteile: Sollten die Betroffenen definitiv hier bleiben können, seien sie im Integrationsprozess schon weit vorangeschritten. Müssten sie ins Heimatland zurück, hätten sie Arbeitserfahrung oder Ausbildung und könnten diese mit nach Hause nehmen.

Cédric Wermuth, SP, brachte ein, dass die Wirtschaft betreffend Integration noch mehr soziale Verantwortung übernehmen könne, zum Beispiel in Berufen mit Fachkräftemangel. Thomas Burgherr, SVP, war da anderer Ansicht: «Nur wer bleiben kann, muss integriert werden» und: «Die Integrationsangebote dürfen nicht von der Rückkehr abhalten.»

Fussball verbindet

Trotz der hitzigen Diskussion liessen es sich die Grossräte nicht nehmen, eine Partie Fussball mit Spielern aus der Region zu spielen: Das Fussballspiel zwischen Zofingen United und dem FC Grossrat Aargau, verstärkt durch Spieler aus der Region, endete nach einem schnellen, kampfbetonten Match mit 6:4 zu Gunsten des Zofinger Clubs mit jungen Männern aus vielen verschiedenen Nationen.

«Fussball ist die grösste Integrationsmaschine weltweit», zeigt sich Grossrat André Rotzetter überzeugt. In vielen Schweizer Fussballclubs bildeten sechs und mehr Nationen ein gut funktionierendes Team. «Beim Fussball passiert Integration ganz natürlich.» (cgi)