Vorstoss

Grossräte setzen sich für Wald ein: «Naturschutz bringt nichts, wenn kein Baum mehr steht»

Waldschäden (Archivbild)

Waldschäden (Archivbild)

Martin Brügger (SP) und Vreni Friker (SVP) machen sich im grossen Rat für den Wald stark. SP-Grossrat Martin Brügger reicht im Grossen Rat einen Vorstoss ein. Mit Antrag auf Dringlichkeit.

«Naturschutz bringt nichts, wenn kein Baum mehr steht», sagt SP-Grossrat Martin Brügger. Am Dienstag reicht er im Grossen Rat einen Vorstoss zum «besorgniserregenden Zustand des Waldes und zu notwendigen Massnahmen» ein. Mit Antrag auf Dringlichkeit. Brügger hat die Eingaben zur Vernehmlassung zum Naturschutzprogramm Wald gelesen und jene der SP selbst verfasst.

Dafür hat er recherchiert, bei Förstern nachgefragt und ist zum Schluss gekommen: Der Wald im Aargau ist in einem dramatischen Zustand. Das Naturschutzprogramm Wald allein reiche nicht aus, so Brügger. Das Programm sei wichtig und notwendig, aber die Ziele müssten neu definiert werden. Der Klimawandel mache dem Wald jetzt sehr zu schaffen, hier müsse man ansetzen.

15-Millionen-Kredit wie damals bei «Lothar»?

In seinem Vorstoss appelliert Brügger an die Regierung. Sie soll einen Kredit für die Wiederbewaldung der durch die Trockenheit entstandenen Jungwaldflächen sprechen: «Die Pflege eines Mischwaldes, mit Bäumen, die auch überleben können, ist aufwendig, aber ökologisch sinnvoll», schreibt er. Die Wiederbewaldung sei unabdingbar. Doch: «Das ist für die Waldbesitzer nicht mehr finanzierbar.» Der SP-Grossrat vergleicht die Schäden, die durch die Hitzesommer 2018 und aktuell 2019 entstanden sind, mit jenen nach Orkan «Lothar» im Jahr 1999. Damals sprach der Kanton 15 Millionen Franken, um Jungwaldflächen wiederzubeleben. Brügger: «Bei den aktuell gravierenden Waldschäden wird erwartet, dass die Regierung strategische Vorgaben entwickelt und einen angemessenen Kredit spricht.» Wie hoch der Betrag sein soll, lässt Brügger offen. Dass er im Vorstoss von 15 Millionen nach «Lothar» schreibt, diene als Vergleich. Er betont, dass das Geld notwendig sei: «Es ist nicht nur unser Wald, dem es nicht gut geht, es ist auch der Wald unserer Kinder und Kindeskinder.»

Dafür setzt er auf Allianzen, unter anderem mit SVP-Grossrätin Vreni Friker. Sie fordert von der Regierung ein Massnahmenpaket zur Bekämpfung der Borkenkäfer oder Forschungsprojekte zur Holzverwendung. Knapp drei Viertel der Holzmenge im Aargauer Wald bilden Buchen (32%), Fichten (26%) und Weisstannen (14%). Während viele Buchen vertrocknen, werden Fichten und Weisstannen vom Borkenkäfer befallen.

Aus finanziellen Gründen sei es schwierig, vom Borkenkäfer befallene Bäume zu entfernen. «Der Preis von Käferholz liegt aktuell bei rund 35 Franken pro Kubikmeter», schreibt Friker und rechnet vor: «Bei diesem Preis legen Waldeigentümer rund 20 Franken pro Kubikmeter drauf.»

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