Aargau

Grossmutter und entführtes Mädchen in Südfrankreich gefunden

Die Rundschau im Skype-Gespräch mit der flüchtigen Grossmutter.

Die Rundschau im Skype-Gespräch mit der flüchtigen Grossmutter.

Aus dem Umfeld der Familie hat die az erfahren, dass die 9-jährige Anna (Name geändert) und ihre Grossmutter am Freitag gefunden worden sind. Dies bestätigt Oberstaatsanwalt Daniel von Däniken auf Anfrage.

«Die beiden Personen wurden heute in Südfrankreich aufgefunden», sagte am Freitag der Aargauer Oberstaatsanwalt Daniel von Däniken auf Anfrage der «Aargauer Zeitung».

Über den genauen Ort und die Umstände kann von Däniken keine weiteren Angaben machen. Die Grossmutter, die Anna entführt hatte, um eine Rückschaffung des Kindes zu ihrer Mutter nach Mexiko zu verhindern, war laut dem Oberstaatsanwalt international ausgeschrieben. «Nun muss das Bundesamt für Justiz zusammen mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Baden und den französischen Behörden regeln, wie und wann die beiden in die Schweiz gebracht werden», so von Däniken.

Hier erwartet die Grossmutter ein Strafverfahren – das Mädchen wird aber vorerst nicht nach Mexiko zurückgeführt. Laut von Däniken hat Beni Hess, der Vater von Anna, beim Aargauer Obergericht einen Antrag gestellt, die Rückführung auszusetzen. «Am Freitag hat das Gericht superprovisorisch entschieden, dass weitere Abklärungen zur Reisefähigkeit des Kindes getroffen werden müssen», erklärt von Däniken. Das heisst im Klartext, dass Anna sicher nicht in den nächsten Tagen schon nach Mexiko zurückgeführt wird.

Die Eltern teilen sich das Sorgerecht. Beni Hess hatte seine Tochter nach einem vereinbarten Schweiz-Aufenthalt nicht nach Mexiko zurückgebracht. Er befand sich gestern nach wie vor in Polizeigewahrsam, nachdem er am Dienstag festgenommen worden war. Sein Anwalt sagt, die Staatsanwaltschaft habe für Hess Ersatzmassnahmen beantragt.

Das hiesse: Beni Hess würde nicht inhaftiert, die Aargauer Behörden würde ihm aber etwa den Pass abnehmen, seine Schriften sperren. Hess' Anwalt: «Wir hoffen, dass er am Sonntag freikommt.» Das Gericht werde am Sonntag 15 Uhr entscheiden. Die Mutter war gestern nicht für eine Stellungnahme erreichbar. (fh/rio)

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