Die gute Nachricht zuerst: Die Sozialhilfequote im Aargau liegt mit 2,2 Prozent weiterhin deutlich unter dem gesamtschweizerischen Schnitt von 3,2 Prozent.

Die weniger gute Nachricht: In absoluten Zahlen hat die Zahl der Sozialhilfeempfänger um 2,8 Prozent zugenommen. Und: Die 213 Aargauer Gemeinden sind sehr unterschiedlich betroffen. Grundsätzlich gilt: je grösser die Gemeinde, desto höher die Quote. Gemeinden mit 5000 bis 10'000 Einwohnern weisen eine durchschnittliche Sozialhilfequote von 2,9 Prozent auf. Bei Ortschaften mit über 20'000 Einwohnern beträgt die Quote 3,3 Prozent.

Karte: Sozialhilfequote der Gemeinden im Vergleich

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Grafik: Dominic KobeltFullscreen-Modus

Ein bisschen freuen darf sich Aarburg. Die Zofinger Gemeinde machte jahrelang Schlagzeilen, weil sie die höchste Sozialhilfequote des Kantons hatte. Die rote Laterne gibt Aarburg mit einer (immer noch hohen) Quote von 5,2 Prozent an Spreitenbach ab.

Dort liegt diese neu bei 5,4 Prozent. SVP-Grossrätin Martina Bircher, Sozialvorsteherin von Aarburg, gibt sich aber noch nicht zufrieden. «Als nächstes Ziel soll die Quote unter 5 Prozent sinken, dies sollten wir in den nächsten zwei Jahren schaffen», sagt Bircher gegenüber dem Zofinger Tagblatt. Längerfristig seien unter 4 Prozent das Ziel.

Auch bei den Bezirken zeigen sich deutliche regionale Unterschiede. Die Sozialhilfequoten liegen zwischen 1,3 Prozent im Bezirk Muri und 3,0 Prozent im Bezirk Aarau. Sozialhilfequoten über dem Kantonsdurchschnitt weisen neben Aarau auch die Bezirke Zofingen (2,6 Prozent), Kulm (2,5), Baden (2,4) und Rheinfelden (2,3) auf.

Die 14'523 Sozialhilfebezüger und -bezügerinnen verteilen sich auf 9088 Dossiers. Dossiers mit einer Bezugsdauer von fünf Jahren und mehr machen 17,7 Prozent der laufenden Dossiers, aber nur 7,4 Prozent der abgeschlossenen Dossiers aus.

Weg aus der Sozialhilfe ist schwierig

Es werden demnach verhältnismässig wenige Dossiers mit einer Bezugsdauer von mehr als fünf Jahren abgeschlossen. Das sei wie in den Vorjahren ein Indiz dafür, dass es für Langzeitbezüger schwierig sei, einen Weg aus der Sozialhilfe zu finden, heisst es in der Mitteilung.

Die Mehrheit der Dossiers weist weiterhin eine Bezugsdauer von weniger als zwei Jahren auf. Bei den laufenden Dossiers sind dies 55,4 Prozent, bei den abgeschlossenen Dossiers 73,6 Prozent.

Neben der Sozialhilfequote, die sich auf die einzelnen Personen bezieht, wird seit einem Jahr auch die Haushaltsquote berechnet. Mit Abstand die höchste Haushaltsquote haben mit 18,1 Prozent die Ein-Eltern-Haushalte mit einem oder mehreren Minderjährigen.

Dass Haushalte mit Minderjährigen häufiger auf Sozialhilfe angewiesen sind, zeigt sich auch im hohen Anteil der Minderjährigen an allen Sozialhilfebeziehenden. Jede dritte unterstützte Person ist bis 17 Jahre alt.

Zum Vergleich: Sozialhilfequote der letzten Jahre

Sie können die Karte für die Jahre 2015, 2014, 2011 und 2006 anzeigen. Für eine aussagekräftige Karte wählen Sie jeweils nur einen Layer aus.

Grafik: Elia Diehl