2016 machte der schweizerische Marktverband eine Meldung an den Preisüberwacher: Anlass dafür war die Erhöhung der Gebühren für Platz- und Standmieten an den Warenmärkten in Seengen. Jetzt veröffentlicht dieser eine Übersicht. Lenzburg findet sich zusammen mit Bern und Neuenburg unter den marktfreundlichsten Städten: hier bezahlen Markthändlerinnen und -händler pro Laufmeter Marktstand zwischen 1,30 und 2 Franken. Bremgarten ist dagegen, nach Chur, die teuerste Stadt: Hier fallen für den Laufmeter Marktstand 30 Franken an, in Chur sind es 32,65. Allerdings bezieht sich die Platzmiete im Reussstädtchen auf Grossanlässe wie etwa den Weihnachts- oder den Pfingstmarkt – diese seien nicht direkt mit den kleineren Märkten vergleichbar, erklärt Beat Niederhauser, Stellvertreter des Preisüberwachers. Warum wurde nicht der Bremgarter Wochenmarkt in die Wertung genommen? «Wir haben Fragebögen an die Gemeinden verschickt, in Bremgarten ist kein Wochenmarkt aufgeführt.» Man werde in der Stadt nachfragen und die Liste aktualisieren, so Niederhauser. 

Mit der Marktbeobachtung führte der Preisüberwacher Stefan Meierhans Stichproben in 39 Gemeinden in der ganzen Schweiz durch. Diese haben ergeben, dass Markthändlerinnen und -händler durchschnittlich 11,60 Franken bezahlen. 16 der befragten Ortschaften liegen mit ihren Gebühren über diesem Durchschnitt.

Knapp über 20 Franken bezahlen die Markthändler in Baden. In Muri, Mellingen und Wohlen zwischen 10 bis 15 Franken, in Unterkulm, Aarau und Villmergen zwischen 5 und 10 Franken.

Teil des Service public 

Gemüse und Früchte, Bäckerei- oder Metzgerwaren vom Wochenmarkt sind ein Service public, so die Auffassung des Preisüberwachers. Er will nun jene Städte und Gemeinden, die mit ihrer Platzmiete über dem Durchschnitt liegen, anschreiben. Meierhans empfiehlt den Ortschaften, die Gebühren für die Platzmiete zu überprüfen. Darüber hinaus behält er sich vor, "später auch konkrete Preisempfehlungen abzugeben".

Bindend sind solche konkreten Preisempfehlungen zwar nicht. Aber der Preisüberwacher verfügt über ein gesetzlich verankertes sogenannt verschärftes Empfehlungsrecht. Das bedeutet, die jeweilige Behörde muss den Preisüberwacher anhören.

Darüber hinaus kann der Preisüberwacher öffentlichen Druck aufbauen, indem er überhöhte Preise publik macht. 

Die Preise für die Marktstände hat der Preisüberwacher zwischen 2016 und 2018 erhoben. Einzelne Städte oder Gemeinden könnten bereits ihre Preise geändert haben, heisst es im Newsletter.