Safenwil
Grossaufmarsch gegen Asylcontainer – Hochuli: «Wir ziehen das Baugesuch nicht zurück»

Die geplante Asylcontainer-Siedlung in Safenwil hat 600 Einwohner an den Informationsabend gelockt.Nicht alle kamen rein.

Emiliana Salvisberg
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Regierungsrätin Susanne Hochuli (am Rednerpult) musste sich vielen kritischen Fragen stellen.

Regierungsrätin Susanne Hochuli (am Rednerpult) musste sich vielen kritischen Fragen stellen.

Raphael Nadler

Das vom Kanton in Safenwil geplante Asylzentrum stösst bei den Einwohnern auf reges Interesse, aber auch auf massiven Widerstand. Die Mehrzweckhalle war am Montagabend bis auf den letzten der 400 Plätze besetzt.

Mehr als 200 Personen kamen aus Sicherheitsgründen nicht rein. Sie konnten den Informationsabend mit Regierungsrätin Susanne Hochuli und ihrer Begleitdelegation aber auf dem Pausenplatz verfolgen, wo er live übertragen wurde.

Das Departement Gesundheit und Soziales plant an der Köllikerstrasse 75 Containereinheiten für die neue kantonale Asylunterkunft mit 95 Betten aufzustellen. Seit Bekanntgabe erhitzt dieses Projekt die Gemüter im rund 3700 Einwohner zählenden Dorf.

Um ein sichtbares Zeichen der Auf- und Ablehnung zu setzen, organisierte die Gruppierung «Safenwil sagt Nein zum Asylcontainerbau» einen Marsch vom Bahnhof zur Mehrzweckhalle.

Über 200 Personen folgten dem Aufruf und protestierten friedlich mit Megafon, Glocken und Transparenten wie «28 sind genug» zum Austragungsort. Die Gruppierung hat via Facebook und Flugblätter die Safenwiler aufgerufen, an der Veranstaltung dabei zu sein.

«Unsere Gemeinde hat mit 28 Asylsuchenden schon mehr als das Doppelte der geforderten Menge erfüllt. Wir haben unsere Pflicht erfüllt und nun will die Regierung weitere 95 Personen für die nächsten zehn Jahre in unserem Dorf unterbringen. Das akzeptieren wir nicht», betonte Mitinitiant Michel Waldmeier während des Marsches.

Protest gegen Asylcontainer in Safenwil
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Protest gegen Asylcontainer in Safenwil
Protest gegen Asylcontainer in Safenwil
Der Protestmarsch erreicht die Mehrzweckhalle.
Der Sozialdienst informiert die Safenwiler Bevölkerung über das Container-Projekt.
Der Aufmarsch an der Info-Veranstaltung zeugt vom grossen Interesse der Safenwiler.
Auch Regierungsrätin Susanne Hochuli ist nach Safenwil gekommen.
Hier sollten die Container hinkommen.

Protest gegen Asylcontainer in Safenwil

Tele M1

Der unerwartet grosse Aufmarsch in der Mehrzweckhalle, erstaunte auch den Safenwiler Gemeindeammann Daniel Zünd und seine Ratskollegen. «Mit so vielen Interessierten haben wir nicht gerechnet.» Die Gemeinde am Striegel erhielt Unterstützung vom Uerkner Ammann Markus Gabriel, der sich informieren wollte «was auch seiner Gemeinde blühen könnte».

Zugegen war auch Wolfgang Schibler, der ehemalige Ammann von Bettwil. Er hat in seiner Gemeinde ein Asylzentrum des Bundes verhindert. «Die Safenwiler werden gleich wenig ernst genommen, wie wir damals», donnerte er und riet den Safenwilern, «lasst ein Rechtsgutachten erstellen.»

Engagiert, aber diszipliniert richteten die Safenwiler viele Fragen. Klar zum Ausdruck kam, dass die Safenwiler die Asylunterkunft unter keinen Umständen wollen. Der Standort in der Nähe der Schule und des Dorfzentrums sowie auch die Grundstückgrösse wurden von vielen Votanten in Fragen gestellt.

«Wir werden mit allen möglichen Rechtsmitteln gegen dieses Vorhaben ankämpfen», unterstrich Markus Müller. «Der Mietvertrag ist noch nicht unterschrieben», sagte Regierungsrätin Susanne Hochuli. «Das Baugesuch ist aber eingereicht und wir ziehen es nicht zurück!»

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