«Wir haben mehr Grippefälle als noch vor einer Woche», erklärt Andrea Rüegg von der Medienstelle des Kantonspitals Aarau (KSA). Doch sei nur eine langsame Zunahme zu verzeichnen.

«Es kann natürlich sein, dass die Patienten zu Hause in ihren Betten bleiben», sagt Rüegg weiter.

Auch Stefan Wey vom Kantonsspital Baden (KSB) bestätigt: «Tendenziell haben wir mehr Grippefälle.» Er geht davon aus, dass die Zahl der Grippekranken weiterhin steigen wird. Christoph Fux, Chefarzt Infektiologie am KSA, rät weiterhin zur Grippeimpfung: «Gemäss den Zahlen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind wir erst am Anfang der Grippeepidemie.»

Jürg Beer, Chefarzt und Leiter Departement Medizin im KSB meint ebenfalls: «Grundsätzlich empfehlen wir die Grippeimpfung – speziell aber den Risikogruppen, das heisst Kindern und Gebrechlichen.» Natürlich legen sie vor allem dem internen Pflegepersonal nahe, sich impfen zu lassen.

«Es ist spät, um noch zu impfen»

Das BAG steht der Grippeimpfung kritisch gegenüber. «Die Grippewelle dauert durchschnittlich acht bis zehn Wochen», erklärt Daniel Koch, Leiter der Stelle für übertragbare Krankheiten vom BAG. Um den Impfschutz aufzubauen, brauche es jedoch mindestens zwei Wochen, «deshalb ist es reichlich spät, um sich noch zu impfen».

Der Epidemie-Schwellenwert wurde vor zwei Wochen überschritten. «Ob wir den Gipfel schon erreicht haben, wissen wir nicht», erklärt Koch. Im Aargau ist die Grippeaktivität weit verbreitet. Das zeigt die Grippeüberwachung des BAG.