Mammut-Aktion
Greenpeace nutzt selber Zelt und Seile mit der von ihr angeprangerten giftigen Substanz

Die Kritik von Greenpeace an der Outdoorfirma Mammut fällt auf die Umweltorganisation zurück. Sie verwendet nämlich selber mit PFC beschichtetes Material der Firma Mammut.

Fabian Hägler
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Das Greenpeace-Zelt ist mit dem Stoff beschichtet, den die Aktivisten kritisieren.

Das Greenpeace-Zelt ist mit dem Stoff beschichtet, den die Aktivisten kritisieren.

© Flurin Bertschinger / Ex-Pres

Rund zwölf Stunden haben Greenpeace-Aktivisten am Mittwoch auf dem Dach und an der Fassade bei Mammut in Seon protestiert. Mit ihrer Aktion wollten die Umweltschützer darauf aufmerksam machen, dass der Outdoor- Hersteller für seine Produkte giftige Chemikalien verwendet. Am Dienstagabend beendeten die Aktivisten den Protest und teilten mit, Greenpeace und Mammut würden ein Gespräch darüber vereinbaren, wie das schädliche PFC aus der Produktionskette verbannt werden könne.

Greenpeace fordert den Outdoor-Konzern auf, PFC vollständig aus der Produktion zu verbannen.
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Die insgesamt 15 Aktivisten stammen aus sechs Ländern.
Greenpeace-Aktivisten installieren sich an der Mammut-Fassade

Greenpeace fordert den Outdoor-Konzern auf, PFC vollständig aus der Produktion zu verbannen.

Zur Verfügung gestellt

Greenpeace kritisiert insbesondere, diese in der Umwelt kaum abbaubare Substanz «passe nicht zu einer Firma, die nach eigenen Angaben von und für die Natur lebt.» Mammut räumt auf seiner Website negative Auswirkungen von PFC auf Mensch und Umwelt ein, hält aber fest, es gebe derzeit keine Alternative, um Outdoor-Bekleidung wasserabweisend zu machen.
Greenpeace-Zelt mit Giftstoffen
Firmensprecher Fabian Erhard sagte zudem am Mittwoch gegenüber Tele M1, auch das Zelt von Greenpeace, das bei der Protestaktion am Mammut-Hauptsitz aufgestellt wurde, sei mit der Substanz behandelt. Bei dem Zelt handelt es sich um das Modell Space Station des Herstellers Mountain Hardwear.
Auf Nachfrage der az bestätigt Erhard seine Aussage: «Auf der Website des Herstellers heisst es, dass dieses Zelt mit einer wasserabweisenden Schutzschicht, einer sogenannten DWR-Ausrüstung, versehen ist.» Ihm hätten mehrere Experten bestätigt, es sei praktisch undenkbar, dass ein solches Zelt nicht mit PFC behandelt sei.
Julia Bangerter, Leiterin der Detox-Kampagne bei Greenpeace, sagt auf Anfrage der az: «Wir haben das Zelt nicht getestet, darum kann ich nicht sicher sagen, ob es PFC enthält.» Dies sei aber gut möglich, weil es in gewissen Bereichen bisher keine Produkte ohne die schädlichen Stoffe gebe. «Da bleibt auch uns nichts anderes übrig, als ein solches Produkt zu kaufen und dieses dann möglichst lange zu verwenden.» Genau deshalb wäre es laut Bangerter wichtig, dass Outdoor-Hersteller neue Produkte ohne PFC entwickeln.
Aktivisten mit Mammut-Seilen
Zudem verwendeten die Aktivisten, die an der Fassade ein Transparent und einen Verhandlungstisch anbrachten, auch Mammut-Material. CVP-Politiker Matthias Meier-Moreno aus Grenchen schrieb auf Twitter: «Hoffentlich haben die Greenpeace-Aktivisten keine Mammut-Kletter-Utensilien zum Abseilen benutzt.» Keith Burgess aus Wales, der Outdoor-Events organisiert, schrieb in einem Tweet, dass die Aktivisten offenbar Seile von Mammut verwendeten. Greenpeace bestätigte dies auf Twitter, wies aber darauf hin, die Seile seien vor vielen Jahren gekauft worden, «lange bevor diese Kampagne begann».