Der Headliner des Festivals Riverside 2017 ist niemand anderes als Gotthard. Seit 25 Jahren tourt die Schweizer Rockband, deren Sänger Steve Lee vor sieben Jahren tragisch ums Leben kam, um den Globus. Ausgerechnet im beschaulich-schönen Aarburg gibt die Kombo um den neuen Frontmann Nic Maeder am Samstag, 2. September die Finalvorstellung ihrer Jubiläumsshow. «Wir freuen uns extrem», sagte Bassist Marc Lynn an der gestrigen Pressekonferenz am Aarequai. Eine doppelte Freude, denn: Die allürenfreien Rocker sind – nebst Jethro Tull- und Querflöten-Legende Ian Anderson – die ersten Musiker, deren Handabdrücke auf einer speziell angefertigten Bronzeplatte des neu lancierten «Rock ’n’ Roll of Fame» in Aarburg verewigt werden.

Die an den «Hollywood Walk of Fame» angelehnte Idee stammt von den Organisatoren des Riverside und dessen Schwesterevents Route 66. OK-Präsident Claudio Pisano sprach von einem «neuzeitlich historischen Ereignis», was die mit dem Album «Silver» wieder leicht softer klingende Band ähnlich sieht. Gitarrist Freddy Scherer: «Das ist eine enorme Anerkennung, die uns auch deshalb Freude macht, weil sie aus unserer Heimat, der Schweiz kommt.» Im Musikbusiness sei es wie anderswo: Im eigenen Land gilt der Prophet oft nichts. Marc Lynn sprach von einem «speziell emotionalen Moment».

Vorerst offen ist, wo der «Rock ’n’ Roll of Fame» installiert wird. Gemeindeammann Hans-Ueli Schär: «Die Idee ist positiv und wird Aarburg verstärkt in ein gutes Licht rücken.» Die Standortfrage soll mit dem OK in den nächsten Monaten geklärt werden. Infrage kommen aus Sicht der Gemeindebehörden unter anderem die Bereiche um die Badi und das Schulhaus Hofmatt. Möglich sei ausserdem, die Platten nicht horizontal im Boden, sondern vertikal in einer Wand zu versenken.

Festival wächst qualitativ weiter

Für regionale Verhältnisse ungewöhnlich viele Radio-, Fernseh- und Pressevertreter waren der Einladung des 20-köpfigen Organisationskomitees vor das Restaurant La Perla gefolgt. Mediensprecher Alain «Al» Schaffner nahm die Gäste mit auf eine interessante, kurze historische Reise zu Städtli, Festung und Woog.

Zusammen mit dem Rockabilly- und Oldtimerfest Route 66 ist auch das Open Air gewachsen und kommt kapazitätsmässig an seine Grenzen. Zählte das OK 2012 noch 180 Helfer und rund 20 000 Besucher, sind es heute rund 600 Helfer und zirka 45 000 Gäste. Bei bestem Sommerwetter und vor Aarburgs einzigartiger Kulisse stellte Schaffner zufrieden fest, dass das Riverside nach dem Start 2015 nicht mehr einfach «ein» Festival sei, sondern «das» Festival für Anhänger von klassischem Rock. Die vielen helfenden Hände sind – abgesehen von den grossen Sponsoren – mit ein Grund, warum das «Riverside / Route 66» weiterhin zu den günstigeren Open Airs der Schweiz zählt. «Das gehört zu unserem Credo», so Alain Schaffner. «Wir wollen ein Anlass für jedermann sein.» Die Musikvielfalt jedenfalls stimmt. Nebst Gotthard und Jethro Tull steht mit Kim Wilde, Dee Snider, Baselballs, Europe, Eric Burdon und Kunz für fast jeden Geschmack etwas auf der Speisekarte.

Walk of Fame in Aarburg

Die grossen Stars vom Riverside Festival in Aarburg sollen ihre Spuren hinterlassen. Der grosse Auftakt macht die Hard-Rockband Gotthard.