Vom 17. bis 22. April 2017 trafen sich Mittelschülerinnen und Mittelschüler aus der ganzen Schweiz an der ETH Zürich zum Final der diesjährigen Schweizer Chemie-Olympiade. Nun sind die besten Nachwuchschemikerinnen und -chemiker der Schweiz ausgezeichnet worden. Unter den vier Goldmedaillen-Gewinnern ist der 19-jährige Tamar Som aus Lengnau.

Der Badener Kantischüler ist bereits zum zweiten Mal bei der Chemie-Olympiade dabei. "Letztes Jahr reichte es mir für Silber, dieses Jahr konnte ich mich auf Gold steigern", sagt Som auf Anfrage. "Dementsprechend habe ich mich auch sehr über diese Auszeichnung gefreut." 

An der Chemie fasziniert ihn, dass man schnell das Gefühl habe, man verstehe sie – aber je mehr man lerne, desto mehr merke man, was es alles noch zu verstehen gibt.

Chemie-Talente aus dem Aargau

Am Wettbewerb dieses Jahr konnte Som viele bekannte Gesichter wiedersehen. Gleich eine ganze Schar Chemie-Talente kommt aus dem Aargau. Über Silber und Bronze freuen sich gar zwei Mitschülerinnen von Som: Ambika Mukherjee aus Untersiggenthal hatte bereits Anfang 2016 eine Silbermedaille an der Schweizer Physik-Olympiade in Aarau geholt. Simone Heimgartner aus Fislisbach wurde mit Bronze ausgezeichnet.

Auch die Nachbarschule, die Kanti Wettingen, mischt ganz vorne mit: Simon Bolt aus Windisch holte eine weitere der vier Bronzemedaillen in den Aargau.

Verlierer gibt es an der Olympiade keine. Die restlichen Finalistinnen und Finalisten erhielten eine Honorable Mention. Darunter sind Désirée Haag aus Oberrohrdorf (Kantonsschule Wettingen) und Patrik Wolf aus Würenlos (Kantonsschule Baden). 

Wettbewerb mit Tradition

Bereits zum 30. Mal hat die nationale Chemie-Olympiade stattgefunden. Wie der Verband der Schweizer Wissenschafts-Olympiaden schreibt, wird die Prüfung in drei Runden durchgeführt. Dieses Jahr traten 312 Schüler aus der ganzen Schweiz in einem Multiple-Choice-Test gegeneinander an. Rund ein Sechstel qualifizierte sich dann für die zweite Runde, die Zentralprüfung an der Universität Bern. 16 überflügelten schliesslich alle.

Die 7 Finalistinnen und 9 Finalisten nahmen anschliessend an zwei Workshops und einer Finalwoche an den ETHs Zürich und Lausanne teil. Dort kamen die Jugendlichen in den Genuss eines anspruchsvollen Programmes aus Theorie und Praxis: am Morgen mit Schreibzeug und Taschenrechner in den Theorie-Unterricht, am Nachmittag mit Schutzbrille und Mantel in die Chemie-Labors der ETH. Am Freitag, 21. April, galt es dann ernst: Während einer 3-stündigen Theorie-Prüfung und einer zweistündigen Praktika-Prüfung wurde der Kampf um Gold ausgetragen.  

An die Internationale Olympiade nach Thailand

Und dann waren es nur noch vier: Mit ihrem Resultat haben sich die Goldmedaillengewinner die Qualifikation für die 49. Internationale Chemie-Olympiade vom 6. bis 15. Juli 2017 in Nakhon Pathom in Thailand gesichert. Nebst den beiden Prüfungstagen haben die Jugendlichen auch die Gelegenheit, das Gastland zu entdecken. So können sie gemäss dem Verband fachliche und persönliche Kontakte knüpfen, die ihren Werdegang prägen. 

Tamar Som freut sich auf den Sommer. Sein Können darf er nämlich gleich zweimal in der Ferne unter Beweis stellen: Er vertritt er die Schweiz ebenfalls an der Internationalen Physik-Olympiade in Indonesien. Doch Som bleibt auf dem Teppich: "Bis es soweit ist, kommen noch einiges an Vorbereitung und meine Maturprüfungen auf mich zu."