Ende 2016 gab es gemäss dem Eidgenössischen Amt für Auswärtige Angelegenheiten rund 775 000 Auslandschweizer. Die AZ hat mit drei Aargauer Auslandschweizer über die bevorstehenden Festtage und ihr Leben im Ausland gesprochen.

Neuseeland: «Juhui, es ist Sommer»

Der Ehrendinger Kurt Binder (56) lebt seit mehr als 25 Jahren in Neuseeland. Seine Frau Yvonne und er sind nach einer längeren Reise dort hängen geblieben. Über die Jahre haben sie zusammen ein Tourismus-Geschäft aufgebaut, das Motorradtouren anbietet und Camper vermietet. In Neuseeland ist jetzt Hochsaison. «Die Festtage sind für uns ein Nebenprodukt der grossen Sommerferien», sagt der zweifache Vater. In Neuseeland vermisse er eigentlich nur die erweiterte Familie in der Schweiz. Dies besonders um diese Jahreszeit. All die Festtagstraditionen, die er aus der Jugendzeit kenne, gebe es in Neuseeland nicht. Er sitze mit Shorts im Büro, seine Kids würden nun an den Strand wollen. «Juhu, es ist Sommer.»

Warum der Weihnachtsmann in Badehosen und Hawaiihemd kommt

Warum der Weihnachtsmann in Badehosen und Hawaiihemd kommt

Zu Weihnachten gehören für uns verschneite Tannen und romantische Lichter. Nicht so für die Brasilianer.

Kambodscha: «Ein Glühwein wäre schön»

Regina Meyer (44) lebt seit 2011 in Phnom Penh, Kambodscha. Ihren neuseeländischen Mann hat sie dort kennen gelernt. Seit drei Jahren arbeitet Meyer für das Programmbüro der DEZA und die Konsularagentur der Schweiz in der kambodschanischen Hauptstadt.

Die zentrale Lage von Kambodscha nutzt die Badenerin für Wochenendausflüge nach Bangkok oder Erkundungstrips nach Japan. Im buddhistischen Königreich wird Weihnachten nicht gefeiert und das neue Jahr erst Mitte April eingeläutet. Regina Meyer fährt mit ihrem Mann über die Feiertage an die Südküste Kambodschas ans Meer. Zu dieser Jahreszeit sehne sie sich nach der Glühwein-Stimmung und der Badener Weihnachtsbeleuchtung. «Ein Glühwein wäre schon schön». Allgemein vermisse sie in Kambodscha die Schweizer Wanderwege, Grünflächen und der öffentliche Verkehr.

Zypern: «Wir schmücken eine Zypresse»

Seit 1999 lebt Gabi Philippou-Wetli (53) in Zypern. Damals ist die Badenerin mit ihrem zypriotischen Ehemann und ihren kleinen Kindern auf die Mittelmeerinsel ausgewandert. Dort lebt die Familie in einem grossen Haus im Westen Zyperns, wo sie auch zwei Ferienwohnungen hat.

Philippou hat viele Hobbys: zum Beispiel einen biologischen Olivenhain mit 100 Bäumen kultivieren. «Ich kann mich hier verwirklichen», sagt sie. Die Feiertage verbringt sie mit der Familie, den zypriotischen Verwandten und Freunden. Auch der Weihnachtsbaum darf dabei nicht fehlen. «Wir schmücken eine Zypresse», mit echten Kerzen, wie sie das in der Schweiz immer getan hätten. Zwischen den Jahren gehen die Philippous in die zypriotischen Berge zum Wandern. Schweizer Berge und der Schnee sind denn auch das, was der zweifachen Mutter in Zypern fehlt. Und auch ihre Familie und Freunde vermisse sie.

Und so weihnachtet es bei den Aargauern in der Schweiz: