Pro Senectute

Glücklich werden mit «Aschi» Wyrsch – seine Glück-Tour durch den Aargau sorgte für Begeisterung

Ernst «Aschi» Wyrsch begeistert die Massen auf seiner Glückstour durch den Aargau. Ein grosser Erfolg für ihn und die organisierende Pro Senectute. Wenn jemand weiss, wie man glücklich wird und auch noch davon erzählt, dann nichts wie hin.

Der Mann ist ein charmanter Geschichtenerzähler. Und ein begnadeter Kommunikator. Vom ersten Moment an hat er sein Publikum im Griff und verbreitet mit seiner fröhlichen, volksnahen Art gute Laune im Saal. Wäre er Verkäufer, er würde auch an diesem Abend viele Rheumadecken und Staubsauger verkaufen.

Ernst «Aschi» Wyrsch ist aber kein Verkäufer. Früher war er ein Star unter den Schweizer Hoteliers, heute ist der 55-Jährige Referent und Coach und lehrt, wie jeder und jede das persönliche Glück finden kann. Eingeladen hat die Pro Senectute Aargau. Auf seiner Glückstour durch den Aargau machte «Aschi» Wyrsch Halt in Baden, Stein, Bad Zurzach, Buchs und Bremgarten. Die Tour wurde zu einem grossen Erfolg für den ehemaligen Hotelier mit Freiämter Wurzeln und für die organisierende Pro Senectute. Alle fünf Veranstaltungen waren überaus gut besucht. Was ja eigentlich wenig erstaunt. Denn wir möchten doch alle glücklich werden. Und wenn endlich einer weiss und erst noch erzählt, wie das geht – also nichts wie hin.

Das WC als letzter stiller Ort

So war das auch in Bremgarten. Auch hier reichten die Stühle in der Mehrzweckhalle der St.-Josef-Stiftung nur knapp aus; auch hier hatte Wyrsch das Publikum vom ersten Moment an im Sack. Er habe «en huere Froid», dass so viele Männer gekommen seien, sagte er. Sein Ziel sei es, dass heute Abend vor dem Einschlafen mindestens die Hälfte der Leute im Saal an ihn denken würden. Fulminant und mit zahlreichen Anekdoten gespickt zeigte Wyrsch auf, wie wir uns oft durchs Leben hetzen lassen und wie unsere Bedürfnisse dabei auf der Strecke bleiben. Er erwähnte als Beispiel die Bedeutung, welche die Toilette als Ort der persönlichen Einkehr erhalten hat: Oft sei das WC noch der einzige Ort, wo im hektischen Berufsalltag der Mensch ganz für sich und bei sich sein könne. Das Raunen im Publikum verriet, dass diese Erfahrung tatsächlich weitverbreitet ist.

Glücklich sein kann aber nur, wer sich jeden Tag genug Zeit für sich selber nimmt. Ich-Zeit nennt Wyrsch diese persönlichen Auszeiten, und die hätten nichts mit Egoismus zu tun. «Seid doch einmal etwas weniger tüchtig», ermunterte Wyrsch sein Publikum. Es sei alles eine Frage der Balance. «Wenn ich ausbalanciert bin, bin ich für andere Menschen ein Gewinn, weil ich positiv auf sie einwirken kann.»

Die Ehe sei doch häufig nichts anderes als der unablässige Versuch, den Partner nach eigenem Gusto zu verändern. Ein Unterfangen, das niemals gelingen könne und schon gar nicht glücklich mache. Glückliche Menschen hätten gelernt, andere Menschen auszuhalten, so wie sie sind. Auch sich selbst. Und sich selber zu mögen, so wie Mann oder Frau eben ist. Mit allen Stärken und Schwächen.

Dazu dann die nächste Anekdote, die Wyrsch bei Peter Ustinov entlehnt hat. Die geht so: Fragt ein englischer Offizier nach dem Krieg im damaligen Jugoslawien zwei ältere Männer nach dem Weg. Er fragt englisch. Keine Antwort. Dann deutsch, italienisch, französisch. Die beiden Männer verstehen nicht, was der Engländer will. «Schon peinlich, dass wir beide keine Fremdsprache können», sagt der eine. «Warum?», sagt der andere, «der Engländer kann viele Fremdsprachen. Und was hat es ihm genützt?»

Tipps für mehr Glück

Nach dem rund 45-minütigen höchst unterhaltsamen Parcours durch den alltäglichen Irrsinn und vielen Begegnungen mit dem inneren Schweinehund mündete Wyrsch auf die Zielgerade und versorgte sein Publikum mit handfesten Tipps für ein glücklicheres Leben: «Machen Sie einen grossen Bogen um negative Typen», riet Wyrsch. Oder man solle sich nicht ständig den Medien aussetzen. «Müssen wir tatsächlich so alle halbe Stunde bestätigt kriegen, wie schlecht die Welt ist?» Schliesslich: «Pflegen Sie Ihre Stärken. Machen Sie vor allem das, was Sie gut können und gerne tun.» Aber in erster Linie sollte man dafür besorgt sein, dass es einem selbst gut geht. «Erst dann ist der Mensch in der Lage, seinen Partner, seine Kinder, seine Arbeitskollegen und Freunde ebenfalls glücklich zu machen.»

Die Botschaft wurde gut aufgenommen, die Menschen im Saal waren fröhlich, sie kauften auch Wyrschs Buch «Mit Herzblut – vom Gastgeber zum Glücksbringer» zünftig. Garantiert dachten auch viele nachts im Bett tatsächlich an Ernst Wyrsch. Denn der hatte auch noch empfohlen: «Vor dem Einschlafen immer an das Gute denken, das der Tag gebracht hat.»

Unspektakulär, aber ebenso bereichernd war, was nach Wyrschs Auftritt folgte: Von Moderatorin Sandra Schiess befragt, erzählten die beiden Oberfreiämter Frauen Evi Isler und Beatrice Spiess, wie sie in ihrem Leben Glück und Unglück erlebt haben und was sie stark gemacht hat.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1