Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar müssen auf der Hut sein. Stets und überall drohen ihnen Gefahren: unsichtbare oder Landschaft und Bäume reflektierende Glasscheiben, in die sie in ihrem Flug donnern können, Windkraftwerke, Licht, das Zugvögel vom Kurs abbringt, und natürliche Feinde wie Marder, Katzen, Elstern oder Füchse, die ihnen ans Gefieder wollen.

In der Schweiz lebt eine runde Million Katzen. Wenn jede nur einen einzigen Vogel pro Monat frisst ... Eine Gefahr für die Artenvielfalt in unserer Vogelpopulation? «Zum Thema Vogel und Katze liesse sich ein ganzes Buch schreiben», sagt Hans Schmid, Leiter des Fachbereichs «Überwachung der Vogelwelt» an der Vogelwarte Sempach. Die Kurzversion: Hauptbeute der Katzen sind und bleiben Mäuse. Daneben in ausgeräumten, versteckarmen Landschaften Frösche, Molche, Eidechsen und Blindschleichen.

Die Katze und gefährdete Arten

«Unter den Vögeln trifft es vorwiegend häufige Arten wie Amseln, Rotkehlchen, Meisen, Finken und Sperlinge. Vögel gefährdeter Arten werden dagegen nur selten erbeutet.» Aber auch hier kann einiges zum Vogelwohl getan werden. Beispielsweise im Garten gezielt Nisthilfen anbringen, welche für die Katze unerreichbar sind (Infos gibt es bei der Vogelwarte).

«Spezialisiert» sich die Katze auf Vögel: «Hängen Sie ihr ein elastisches Halsband mit einem Glöckchen um. Nach kurzer Zeit wird sie sich daran gewöhnen und die Vögel werden rascher auf die Gefahr aufmerksam.»

Glas als Killer Nummer Eins

Kollisionen mit Fahrzeugen sind noch häufiger als gefressen werden. Vogel-Killer Nummer eins sind aber, und das weltweit, Glasscheiben. «Viele Gebäude könnten vogelfreundlicher gebaut und viele Vogel-Fallen aus Glas entschärft werden.» Wie? Das zeigt Hans Schmid nächste Woche im Rahmen eines Vortrags in Zofingen auf. Informationen gibt es auch auf der Homepage der Vogelwarte. (bkr)

Vogelkiller Glas: Hans Schmid referiert am 13. November, 19.30 Uhr, im Bürgersaal des Zofinger Rathauses.