TV-Auftritt
Glarner bemüht sich bei Giacobbo/Müller um Ehrenrettung für Oberwil-Lieli

Oberwil-Lieli musste in der Vergangenheit oft als Zielscheibe für die Gags von Viktor Giacobbo und Mike Müller herhalten. Höchste Zeit also für Gemeindeammann Andreas Glarner mit den beiden SRF-Haussatirikern die Klingen zu kreuzen.

Christoph Zehnder
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Der Aargauer SVP-Nationalrat habe sich brieflich gemeldet und um einen Auftritt in der Sendung gebeten, wollte Giacobbo das Publikum glauben machen. Mit den Worten «Jeder der an einem so grauenhaften Ort wohnen muss, ist bei uns willkommen», gleich weiter in Richtung Oberwil-Lieli. «Du machst doch Bestattungen dort?», wollte er von seinem Co-Moderator Mike Müller wissen.

Es folgte eine Diskussion über Stacheldrähte und Militärdienst sowie über Glarners berufliche und politische Laufbahn, begleitet von einigen Seitenhieben in die Richtung von Bundesrätin Simonetta Sommaruga. «Eine Karriere wie Ihre kann man nur im Aargau machen. Sind Sie als gelernter Ventilationsspengler überhaupt qualifiziert?», fragte Giacobbo.

Das liess der Aargauer SVP-Nationalrat nicht auf sich sitzen: «Ich habe erfolgreich drei Firmen geführt. Mein Führungsausweis ist sicher grösser als der von Frau Sommaruga». Sommaruga habe früher Konsumenten geschützt und sei dann gleich Bundesrätin geworden.

Glarner gegen Vetter

Künstlerischer Gast in der Sendung war Gabriel Vetter. Zwischen dem Standup-Comedian und dem SVP-Nationalrat herrscht derzeit dicke Luft. Vetter hat auf Twitter gegenüber Glarner Anspielungen auf den türkischen Präsidenten Recep Erdogan gemacht. Glarner kündigte daraufhin – ebenfalls per Twitter – juristische Schritte an. Der Aargauer hatte Vetter im Vorfeld aber angeboten, die Angelegenheit zu vergessen, sollte sich der Künstler entschuldigen. Ob es dazu gekommen ist, ist bisher nicht bekannt. (cze)

Um Ehrenrettung bemüht

Immer wieder versuchte Giacobbo, Glarner aus der Reserve zu locken. Zum Beispiel mit Fragen über ein Strafurteil aus Glarners Vergangenheit. «Das war ein Missverständnis», sagte dieser und wollte die Anekdote nicht vertiefen. Darauf Giacobbo: «Das sagt jeder Kriminelle». Oder mit der Frage ob es ihn nicht störe, zu den «unbeliebteren» Politikern im Land zu gehören.

Glarner blieb zunächst sachlich und war um die Ehrenrettung seiner Heimatgemeinde bemüht. Erst als es um die vielbeschworene Asylabstimmung in Oberwil-Lieli ging, kam er so richtig in Fahrt: «Wenn in der Schweiz alle Gemeinden abstimmen könnten, würden sehr viele Nein sagen. Oberwil-Lieli konnte abstimmen! Das Zeichen müssen die Leute jetzt verstehen.»

10 Flüchtlinge müsste Oberwil-Lieli nach kantonaler Regelung aufnehmen. «Das ist schon fast eine Masseneinwanderung», schob Giacobbo nach.

Andere Kantone haben schon resigniert

Das war das Stichwort für Mike Müller, der inzwischen errechnet hatte, dass dies 0,004 pro Einwohner bedeuten würde. «Das ist schon ein gewaltiger Druck», stichelte er. Die Retourkutsche von Glarner kam umgehend: «Andere Kantone haben schon resigniert. Das sieht man in Solothurn», höhnte Glarner in Richtung des Oltners.

«Wir müssen Sie leider abweisen und zurück in ihr Oberwil-Lieli schicken», beschloss Viktor Giacobbo zum Schluss der Sendung. Glarner hatte nichts dagegen. Denn dort sei er am liebsten.

Die Gemeinde Oberwil-Lieli war in jüngster Zeit immer wieder ein Thema bei Giacobbo/Müller: