September: «Bravo Birr! Bravo az!»

Die Nachricht: In der Debatte um explodierende Sozialkosten vieler Gemeinden berichtet die az über die Gemeinde Birr, welche die Sozialkosten um 20 Prozent senken konnte und erklärt, wie sie das geschafft hat.

Der Leserbrief vom 30.9
«Endlich einmal etwas Positives – ja, was sag› ich: eminent Lehrreiches! – in der az: das Acht-Punkte-Programm der Behörden von Birr gegen die «Sozialschmarotzerei»! Das exzellente Interview zeitigte für einmal «Nachrichten, um sich danach zu richten», strotzend von konstruktiven Anregungen für sämtliche Schweizer Gemeinden zur sofortigen gänzlichen oder teilweisen Umsetzung. Und obendrein als redaktionelle Kontrastofferte zur Hexenjagd auf Geri Müller doppelt wertvoll. Bravo Birr! Bravo az! Es wurde, weiss Gott, aber auch Zeit!»
Hans Rudolf Wehrli, Remetschwil

So ging es weiter:
Ob andere Kommunen Birr folgen, zeigt sich erst mittelfristig. Das Sozialkosten-Problem systematisch entschärfen soll der neue Finanzausgleich, den Regierungsrat Urs Hofmann Mitte Dezember präsentiert und in die Vernehmlassung geschickt hat. Gemeinden mit überdurchschnittlicher Sozialhilfequote sollen Beiträge aus dem Soziallastenausgleich erhalten, Gemeinden mit unterdurchschnittlicher Quote leisten Abgaben. Die Kosten für Sozialhilfefälle über 40000 Franken werden auf alle Gemeinden verteilt.

Der Biber ist ein geschütztes Tier, welches grosse Schäden verursachen kann.

Der Biber ist ein geschütztes Tier, welches grosse Schäden verursachen kann.

Oktober: «Biber abschiessen, wieso?»

Die Nachricht: Biber sollen in Wasser- und Zugvogelreservaten unter bestimmten Umständen abgeschossen werden können, wenn es nach der Kantonsverwaltung geht.

Der Leserbrief vom 13.10:
«Fütterungsverbote, was bringt das, wer kontrolliert das und wer bezahlt das? Die Tiere und Pflanzen in der Natur regulieren sich selbst. Biber umzusiedeln geht längst nicht mehr, da alle Reviere besetzt sind, und die Biber sich gegenseitig töten werden. Biber abschiessen wieso? Der Biberbestand ist im Aargau seit 2008 nicht gestiegen, sondern konstant! Im Wasserschloss sogar stark rückläufig, seit fünf Jahren minus 15 Prozent! Ich bin seit 20 Jahren live beim Biber vor Ort und Experte. Total verbissene Jungbiber sehe ich oft. Umgesiedelte Biber würden noch weit mehr Konflikte auslösen, beim Biber und beim Mensch.»
Fredi Schären, Trug

So ging es weiter:
Der Ball liegt jetzt zuerst mal beim Bund. Voraussetzung für das Abschiessen des Bibers ist nämlich die Verordnung über die Wasser- und Zugvogelreservate, die überarbeitet wird. In der Vernehmlassung wehren sich Natur- und Tierschüzter vehement. Der Biber sei mit viel Aufwand wieder angesiedelt worden und er habe sich erfolgreich verbreitet, betont der WWF Aargau. Es sei deshalb unverhältnismässig, die Verhinderung von allfälligen Schäden über den Artenschutz zu stellen.

Höhere Anforderungen für gescheite Köpfe: Der Bildungsdirektor will exaktere Anforderungen im neuen Lehrplan. Fotolia

Höhere Anforderungen für gescheite Köpfe: Der Bildungsdirektor will exaktere Anforderungen im neuen Lehrplan. Fotolia

November: «Lehrplan 21 – was kommt auf uns Eltern zu?»

Die Nachricht: Der umstrittene Lehrplan 21 wird verabschiedet. In verschiedenen Kantonen regt sich Widerstand gegen die Schulreform. Im Kanton Aargau hat ein Komitee eine Volksinitiative lanciert, die den neuen Lehrplan verhindern soll.

Der Leserbrief vom 13.11:
«Der alte Lehrplan genüge den Ansprüchen längst nicht mehr, behauptet Frau Abbassi (Lehrerverband). Aber tut es denn der neue? Ermöglicht er unseren Kindern eine umfassende Bildung jenseits des Abhakens von Tausenden Einzelfertigkeiten? Als Mutter eines Kindergärtlers macht man schon jetzt schräge Erfahrungen mit der wunderbaren modernen Kompetenzorientierung, und dies, obwohl der LP21 noch gar nicht eingeführt ist. Neuerdings werden die Knirpse nämlich anhand von standardisierten Fragebögen «begutachtet». Vermeintlich präzise wird das Kind in Dutzende von Einzelkompetenzen zerlegt, bis man es gar nicht mehr erkennt. Der Versuch, Stärken und Schwächen in den verschiedenen Kästchen unterzubringen, endet in Erschöpfung, denn die passenden Schublädchen gibt es dann eben doch nicht und das «Resultat» bildet das Kind nur karikaturenhaft ab. Es ist mir ein Rätsel, was an dieser angeblich sensationellen Neuerung der totalen Kompetenz-Orientierung gut sein soll. Nicht auszudenken, was im Falle einer Umsetzung des LP21 auf uns Eltern und auf die Kinder zukommt.»
Ariane Roth, Bözberg

So geht es weiter:
Das letzte Wort zum Lehrplan 21 dürfte das Aargauer Stimmvolk haben. Am Zustandekommen der Volksinitiative zweifelt niemand. Im Januar sollten mehr als die nötigen 3000 Unterschriften beisammen sein. So oder so wird es der neue Lehrplan im Aargau schwer haben. Der Regierungsrat hat beschlossen, diesen nicht vor dem Schuljahr 2020/21 einzuführen.

Vier Asylbewerber reinigen die Räume im Erdgeschoss und leeren die Aschenbecher.

Vier Asylbewerber reinigen die Räume im Erdgeschoss und leeren die Aschenbecher.

Dezember: «Gilt diese Sympathie auch für die Asylbewerber?»

Die Nachricht: Die Gemeinde Moosleerau kündigt einer Familie die Wohnung, weil sie diese für Asylbewerber braucht. Nach heftiger Kritik von allen Seiten macht die Gemeinde die Kündigung rückgängig.

Der Leserbrief vom 6.12:
«Eigentlich müsste ich nach dem Proteststurm, den die Nachricht von der Wohnungskündigung von Familie Ottiger ausgelöst hat, zuversichtlich sein, dass der Asylbewerberfamilie, sollte sie dereinst in Moosleerau einziehen, eine Sympathiewelle entgegenkommen wird. Musste doch auch sie ihre Behausung verlassen, wahrscheinlich ohne Kündigungsfrist und ohne dass sie ihr Hab und Gut mitnehmen konnte.»
Eva Lüscher, Schöftland

So geht es weiter:
Die Leserbriefschreiberin darf zuversichtlich sein. Meistens richtet sich die Kritik in den Dörfern gegen die Asylpolitik, nicht gegen die Menschen konkret, wie das Beispiel Aarburg zeigt. Nirgendwo sonst gab es 2014 einen derart massiven Widerstand gegen eine geplante Asylunterkunft, die in einem Protestgrillieren der Anwohner gipfelte. Jetzt sind die Asylbewerber hier, vorwiegend syrische Familien, und es ist Ruhe und Friede eingekehrt.

Lesen Sie auch den ersten und den zweiten Teil unseres Jahresrückblicks in Form von Leserbriefen.