Gefahr

Giftige Raupe breitet sich auch im Aargau aus – Symptome wie bei Brennnesseln

In Gruppen von 20 bis 30 gehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners auf Nahrungssuche.

In Gruppen von 20 bis 30 gehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners auf Nahrungssuche.

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners verursacht mit ihrem Gift böse Hautentzündungen – jetzt breitet sie sich auch in der Nordwestschweiz aus. Bei einer allergischen Reaktion auf das Raupengift kann es sogar zum Tod kommen.

Die Symptome nach dem Kontakt mit den Härchen der Raupe sind gemäss «20 Minuten» ähnlich wie bei einem Kontakt mit Brennnesseln: Die Haut juckt, es können Ekzeme und Pusteln entstehen.

Reagiert jemand allergisch auf das Gift der Raupe, kann er sterben, heisst es beim Tox-Zentrum, welches in diesem Jahr bereits 11 Fälle registrieren musste, was ein Rekord ist. In der Tat breitet sich der Eichenprozessionsspinner in der Nordwestschweiz und auf dem Seerücken südwestlich des Bodensees aus.

Ohne Eichenwald kein Spinner

Den Grund kennt Ernst Steiner, Leiter des Forstbetriebs Region Zofingen: «Die Verbreitung des Insekts korreliert stark mit jener der Eiche.» Diese wird in den genannten Regionen häufiger angebaut als im Mittelland.

Da der Eichenanbau zurzeit auch bei uns stark gefördert wird, könnte sich dies mittelfristig allerdings ändern. Noch ist dem nicht so. «In den von uns betreuten Wäldern haben wir bisher keine Eichenprozessionsspinner beobachtet. Dementsprechend waren in unserem Betrieb bisher noch keine Mitarbeitenden von entsprechenden Vergiftungserscheinungen betroffen», sagt Steiner.

Er kennt Fachpublikationen über die Raupe, aus der nach der Verpuppung ein Nachtfalter wird. Die Brennhaare seien gefährlich, aber in Gebieten, in denen der Eichenprozessionsspinner schon immer oder zumindest schon längere Zeit heimisch ist (beispielsweise Baden-Württemberg und Bayern), habe die Bevölkerung gelernt, unverkrampft mit diesem umzugehen.

Heikel ist, dass die Brennhaare der Raupe leicht brechen und bei günstiger Witterung durch Luftströmungen über weite Strecken transportiert werden. Die Raupenhaare sind lange haltbar und reichern sich über mehrere Jahre in der Umgebung an, besonders im Unterholz und im Bodenbewuchs (Gräser, Büsche, Sträucher).

Kontakt vermeiden

Die beste Vorsichtsmassnahme ist (wie bei der Zecke), den Kontakt mit dem Insekt zu vermeiden. In Bayern sind befallene Waldgebiete mit Warnhinweisen versehen.

Wer doch ein Raupenhaar erwischt hat und erste Symptome spürt, sollte die Kleidung sofort wechseln und sich von Kopf bis Fuss abduschen. Betroffene Hautpartien sollten mit Wasser und Seife gereinigt und anschliessend gefönt werden, um die Härchen nicht einzureiben. (bkr)

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