Giezendanner: «Nur wenn im Gegenzug Läden und Restaurants öffnen dürfen»

Mathias Küng
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Reaktionen Für den Aargauer Gewerbeverbandspräsident Benjamin Giezendanner (SVP) ist die Forderung der nationalen Parteien nach Tests und Quarantäne für Touristen und Ferienrückkehrer okay. Wichtig ist für ihn, dass die Grenzgänger – in beide Richtungen – weiter die Grenze passieren können. Ihm graut es deshalb vor der Aussicht, dass alle Grenzgängerinnen und Grenzgänger alle drei Tage einen Coronatest machen müssten.

Szenario schon in der eigenen Transportfirma durchgespielt

In seiner Transportfirma in Rothrist hätten sie gestern Morgen das Szenario durchgespielt, was das für ihre eigenen vielen Grenzgänger und weiteren ausländischen Mitarbeitenden bedeuten würde. Giezendanner: «Das brächte einen enormen administrativen Aufwand.» Dazu kämen die hohen Kosten, direkte für Tests und indirekte für die Koordination, wobei der Bund laut Giezendanner für Erstere aufkommen müsste. «Voraussetzung wäre natürlich, dass die Labors überhaupt die notwendigen Kapazitäten hätten.»

Es täte ihm weh, «den Arbeitgebern einen solchen Aktivismus zumuten zu müssen», sagt Benjamin Giezendanner weiter. Zur Not könnte er damit leben, «aber keinesfalls als zusätzliche Massnahme, sondern nur dann, wenn im Gegenzug alle Läden und Restaurants mit entsprechendem Schutzkonzept wieder öffnen dürften.»

Hansjörg Knecht: auf keinen Fall wieder Situation wie im Frühling

Strengere Massnahmen an der Grenze sind für Hansjörg Knecht, SVP-Ständerat und Müllereibesitzer in Leibstadt, «grundsätzlich nötig». Es müsse alles getan werden, damit dieser Virus möglichst nicht noch zusätzlich importiert werde. Ziel müsse sein, die Wirtschaft raschmöglichst voll laufen zu lassen, soweit Firmen durch den Lockdown nicht unwiderruflich geschädigt seien: Er plädiert aber für Ausnahmen für Grenzgänger und will auf keinen Fall eine Wiederholung der Situation wie im Frühling, als es für Grenzgänger riesige Verzögerungen gab, bis sie Greenlines erhielten: «Gerade für Spitäler müssen Grenzgängerinnen und Grenzgänger möglichst ungehindert einreisen können, damit das Gesundheitswesen nicht noch wegen Personalmangel kollabiert. Um einen Schnelltest in einem gewissen Rhythmus am Arbeitsplatz kommen wir aber wohl nicht herum. Auch wir Arbeitgeber haben ein eminentes Interesse, einen Coronaausbruch im Betrieb zu verhindern.»