Schafisheim
Gewaltvorwürfe an Steiner Schule: Erziehungsrat definiert Handlungsfelder

Das Schulinspektorat hat die Rudolf Steiner Schule in Schafisheim nach den Gewaltvorwürfen überprüft. Er rät der Schule, in diesem Bereich besser hinzuschauen. Von einer konkreten Massnahme sieht er jedoch ab. Die Schule akzeptiert den Entscheid.

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Das ehemalige Brütelgut (Vordergrund) ist Teil der Rudolf-Steiner-Schule Aargau Schafisheim. Annika Bütschi

Das ehemalige Brütelgut (Vordergrund) ist Teil der Rudolf-Steiner-Schule Aargau Schafisheim. Annika Bütschi

Rudolf Steiner Schule Schafisheim

Die Rudolf Steiner Schule in Schafisheim besteht seit 30 Jahren. Sie ist mit rund 250 Kinder und Jugendlichen die grösste Privatschule im Aargau. Der Kanton bezahlt nichts an die Schule; die Eltern müssen den Unterricht selbst finanzieren. Der Kanton bezahlte 2009 zwei Millionen Franken an Neubauten der Schule.

Elf Familien haben sich mündlich oder schriftlich ans Schulinspektorat gewandt. Sie erhoben schwere Vorwürfe gegen die Schulführung der Rudolf Steiner Schule und dass in der Schule auch unqualifizierte Lehrkräfte arbeiten würden. Das Schulinspektorat hat sämtliche Eltern, deren Kinder zurzeit die Rudolf Steiner Schule besuchen, befragt. Das schreibt der Erziehungsrat in einer Mitteilung.

Gesetzliche Ansprüche erfüllt

«Das Inspektorat kommt zum Schluss, dass die Rudolf Steiner Schule die gesetzlichen Ansprüche an die Ausbildungsqualifikation der angestellten Lehrpersonen vollumfänglich erfüllt», heisst es weiter in der Mitteilung.

Die Gewaltvorwürfe werden jedoch als Handlungsfelder bezeichnet, die bei der künftigen Entwicklung der Schul- und Unterrichtsqualität der Rudolf Steiner Schule zu beachten seien. Dies betreffe den schulinternen Umgang mit Disziplinproblemen, den Umgang mit Beschwerden sowie den Aufbau des internen Qualitätsmanagements.

Der Erziehungsrat ordnet ferner an, die Beurteilungskriterien für die Schülerinnen und Schüler so zu überarbeiten, dass sie den rechtlichen Vorgaben entsprechen. Die Massnahme muss auf das Schuljahr 2015/16 umgesetzt werden.

Steiner Schule ergreift keine Rechtsmittel

Ebenfalls heute Mittwochmorgen verschickte die Rudolf Steiner Schule in Schafisheim eine Mitteilung. Darin steht unter anderem, dass in Bezug auf die von einzelnen Eltern erhobenen Gewaltvorwürfe die Prozesse zur Gewaltprävention auf ihre Angemessenheit hin untersucht und erneuert wurden.

Die Rudolf Steiner Schule akzeptiere den Entscheid des Erziehungsrats und ergreife keine Rechtsmittel. «Sie bekräftigt den Willen, bestmögliche Verbesserungen vorzunehmen», heisst es weiter in der Mitteilung. (CFU)